Gründonnerstag wird am Donnerstag vor dem Osterfest begangen. An diesem Tag erinnert sich die Kirche an das letzte Abendmahl mit der Fußwaschung, den Einsetzungsworten und der Abschiedsrede Jesu. Früher wurden an diesem Tag die öffentlichen Sünder, die am Aschermittwoch aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurden, wieder aufgenommen. Sie als Büßer wurden Weinende (= „Greinende") genannt, was vom Althochdeutschen gronan oder grunen kommt und dem Tag den Namen „Grün"-Donnerstag gab. Mit Ausnahme der Bischofsmessen in den verschiedenen Diözesen, in denen die Öle für Taufe, Firmung, Krankensalbung und Altarweihe geweiht werden, gibt es am Morgen des Gründonnerstages keine Messen in den Gemeinden.
Am Abend wird der Abendmahlsgottesdienst gefeiert. Mit dem Gloria „verstummen" die Glocken sowie die Orgel bis zum Gloria in der Osternachtsmesse, die Glocken „fliegen nach Rom". Statt der Glocken werden nun seit dem 13. Jahrhundert hölzerne Ratschen verwandt. In einigen Gemeinden wird die Fußwaschung durchgeführt. Der Gottesdienst am Gründonnerstag wird oft „kaputte" Messe genannt, da die Messfeier ohne Segen endet, lediglich der Altar wird abgeräumt. Grund dafür ist, dass der Gottesdienst am Gründonnerstag der Beginn des österlichen Triduums ist. Der Gottesdienst wird am Karfreitag mit der Karfreitagsliturgie fortgeführt, die ohne Kreuzzeichen beginnt sowie ohne Segen aufhört und endet mit der Osternachtsfeier, die ohne ein anfängliches Kreuzzeichen anfängt. So wird deutlich, dass die drei Gottesdienste zusammen gehören und im Grunde nur einen zusammenhängenden Gottesdienst bilden.
Nach dem Abendmahlsgottesdienst gibt es in vielen Gemeinden eine Anbetungsstunde oder/und eine Agapefeier. In letzterer wird die Pessachfeier nachempfunden. Dies ist auch in einigen Gemeinden unseres Pastoralen Raumes der Fall. In der Pfarrgemeinde St. Michael gibt es u.a. einen Gottesdienst und eine Agapefeier für Familien – alle zwei Jahre im Ostergarten. Hier wird das österliche Triduum für Kinder angeboten. Nähere Informationen erhalten Sie über die Pfarrnachrichten, den Kinderpfarrbrief und die Zeitungen.