Das Osterfest findet ungefähr zur selben Zeit wie das jüdische Pessach statt. Der Termin für das Osterfest wechselt, denn es findet seit dem 4. Jahrhundert am Sonntag nach dem ersten Frühlingsmond statt. Daher fällt es immer in den März oder April. An diesem Tag feiert die Kirche die Auferstehung Jesu von den Toten. Es ist der älteste und gleichzeitig höchste christliche Feiertag. Das Wort Ostern kommt evtl. von Osteria - was der Name einer heidnischen Frühlingsgöttin ist – oder von Östara – was für die Himmelsrichtung Osten steht, wo die Sonne aufgeht. Früher glaubten die Menschen, die Sonne ginge am Ostermorgen aus Freude über die Auferstehung Jesu mehrmals auf. Außerdem gilt die Sonne als Symbol für Jesus, der Ostern von den Toten auferstand. Der Gottesdienst beginnt, da er eine Fortsetzung des Gottesdienstes von Gründonnerstag ist, ohne Kreuzzeichen mit einem Feuer vor der Kirche, das gesegnet wird. Daran wird die Osterkerze entzündet um darauf mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi" (= Das Licht Christus) in die dunkle Kirche getragen zu werden. Die Gemeinde antwortet „Deo gracias" (= Dank sei Gott) und entzündet ihre eigenen Kerzen an der Osterkerze. So wird die Kirche langsam immer heller. Die Osterkerze ist mit verschiedenen Symbolen versehen: Die Buchstaben Alpha und Omega als Anfang und Ende des griechischen Alphabets stehen dafür, dass Jesus der Anfang und das Ende ist, immer war und sein wird. Das Kreuz ist ein Zeichen für Jesus und die fünf roten Nägel stehen für die fünf Wundmale. Außerdem zeigt die Jahreszahl an, in welchem Jahr die Osterkerze erstmalig entzündet wurde.
So ist das Licht eines der wichtigsten Symbole in der Osternacht. Jesus ist das Licht, das die Welt hell macht. Die Osterkerze brennt bis Himmelfahrt in jedem Gottesdienst, dann endet die Osterzeit. Außerdem brennt bei jeder Tauffeier, an ihr wird die Taufkerze entzündet. Dann wird dem Täufling das „Licht Christi" übergeben. Schließlich brennt sie bei jeder Trauerfeier.
Mit dem Gloria setzt die Orgel dann wieder ein und die Glocken ertönen nach Gründonnerstag erstmals wieder.
Ein weiteres wichtiges Zeichen der Osternacht ist das Wasser. Wasser bringt Leben, ist Leben. In der Osternacht wird das Taufwasser geweiht und über die Gemeinde gesprengt als Erinnerung an die eigene Taufe. Wenn möglich findet auch eine Tauffeier statt.
Mit dem Osterfest sind weitere Symbole und Traditionen verbunden:
Da ist zunächst das Osterlamm. Lämmer gehörten zu allen Zeiten und in allen Religionen zu den Opfertieren, wurden später durch gebackene Tiere oder Abbilder ersetzt. Jesus wird als das Lamm Gottes bezeichnet. Deshalb werden Osterlämmer gebacken und mit der Siegesfahne – oft mit der Aufschrift JHS (= Jesus Heiland Seligmacher) - versehen als Zeichen, dass Jesus den Tod besiegt hat.
In vielen Gemeinden – auch in unserem Pastoralen Raum – gibt es am Abend ein Osterfeuer. Feuer verbreitet Wärme, Licht, bringt Leben und dient als Zeichen für Leben. Feuer ist weiterhin ein Zeichen für Jesus, das Licht der Welt. Die erste Erwähnung eines Osterfeuers gab es 751, ab dem 15./16. Jahrhundert wurde es feste Tradition – die ganze Gemeinde feiert die Auferstehung zusammen.
Ostereier sind Symbole für die Fruchtbarkeit und für das neue Leben, das daraus entsteht. Zunächst waren sie Bestandteil der jährlichen Zinsabgabe zu Ostern, später dienten sie zunächst als Geschenke für geistliche Herren. Ab dem 16./17. Jahrhundert wurden sie auch Patenkindern, Verwandten und Freunden geschenkt. Seit dem 12. Jahrhundert werden sie gefärbt - zunächst Rot als Zeichen des Lebens, später dann bunter. Teils werden sie mit unterschiedlichen Symbolen versehen.
Auch Osterhasen sind Zeichen für Leben und Fruchtbarkeit. Sie waren ebenfalls Teil der Zinsabgabe im Frühjahr. Seit dem 17. Jahrhundert sind sie als Eierbringer bekannt - zuerst im Elsass, der Pfalz und am Oberrhein später überall.
In den Gemeinden unseres Pastoralen Raumes gibt es verschiedene Ostergottesdienste und Osterfeuer. In Brakel beendet der Kindergottesdienst am Karsamstag das österliche Triduum für Kinder bzw. Familien. Genauere Informationen erhalten Sie über die Pfarrbriefe, den Kinderpfarrbrief oder die Zeitungen.

Ostergarten
Als Besonderheit gibt es in Brakel seit 2010 alle zwei Jahre den Ostergarten. Er nimmt den Besucher mit auf eine Reise in die Zeit Jesu, veranschaulicht das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi anhand verschiedener Stationen mit allen Sinnen. Durch das Mitgehen und das Hineingehen in die jeweilige Situation und Station, wird der Besucher nicht zum Zuschauer, sondern zum Beteiligten. Der Besucher fühlt sich in die damaligen Menschen hineinversetzt.
Der Brakeler Ostergarten entsteht jeweils in der Pfarrkirche St. Michael. Nach einem groben Aufbau wir ab Palmsonntag an jedem Tag in der Karwoche eine neue Station in einer Katechese am Nachmittag bzw. während der Kindergottesdienste am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag eröffnet. Anschließend kann er bis kurz vor Pfingsten besichtigt werden. Der nächste Ostergarten findet 2017 statt.