Vinzenz von Paul ist ein Heiligengedenktag, der am 27. September begangen wird. Der Heilige wurde am 24. April 1581 in Pouy geboren (heute Saint-Vincent-de-Paul in der Nähe von Dax in der Gascogne) und starb am 27. September 1660 in Paris. Er wurde von seiner Familie zum Priesterberuf bestimmt und studierte in Toulouse Theologie. Schon im Alter von 19 Jahren wurde er zum Priester geweiht, fand aber zunächst keine Anstellung. Doch nach einigen Umwegen wurde er schließlich 1608 Priester in Paris und 1610 geistlicher Berater der Königin Margarete von Valois. Er kümmerte sich besonders um die Armen und Kranken. Als er in Châtillon-les-Dombes - dem heutigen Châtillon-sur-Chalaronne lebte, gründete er die erste "Confrérie des Dames de la Charité", die "Bruderschaft der Damen der Liebe", eine karitative Frauenvereinigung, die sich um Arme und Kranke sorgte. Bald entstanden in immer mehr französischen Städten weitere Bruderschaften der Nächstenliebe. 1621 folgte die Gründung der Laiengemeinschaft für Männer, die "Serviteurs des pauvres", die "Diener der Armen". 1625 gründete er die "Kongregation der Mission", nach dem Sitz der Gemeinschaft nahe der Pariser Kirche St. Lazare "Lazaristen" oder nach dem Gründer bald auch "Vinzentiner" genannt. Ihre Hauptaufgabe ist die missionarische Arbeit und die Ausbildung des Klerus. 1633 folgte die Gründung der "Filles de la Charité", der "Töchter der christlichen Liebe, Dienerinnen der Armen" oder nach dem Gründer "Vinzentinerinnen" genannt. Die Aufgabe der Schwestern, die ohne Ordenstracht und nicht in klösterlicher Klausur, sondern vor Ort bei den hilfsbedürftigen Menschen lebten, war die Versorgung von Alten, Kranken und Waisen. 1636 gründete er ein Hilfswerk für Lothringen, 1638 begann die Gründung von Waisenhäusern, denn mehr als 400 Kinder wurden jedes Jahr allein in Paris ausgesetzt. Vinzenz ist Patron des St. Vinzenz-Hospitals in Brakel.