Liebe Schwestern und Brüder,

in der kommenden Woche feiern wir das Fest Allerheiligen. Die Wurzeln dieses Festes reichen bis ins 4. Jh. zurück. Es war eine Zeit, in der die Christen ein sehr lebendiges Gespür hatten für das Glaubenszeugnis von Menschen, die für ihre Überzeugung eingestanden sind.

Zum Fest Allerheiligen meinte ein evangelischer Mitbruder, die katholische Schwesterkirche habe sich das Wissen von den Heiligen besser bewahrt. In seinen Überlegungen zu den Heiligen hebt er hervor: „Viele dieser Großen der Vergangenheit waren radikale Menschen. Sie stellten durch ihren eigenen Lebensstil den der anderen in Frage. Aber sie waren keine Aussteiger, sondern versuchten ihr Zeugnis konsequent unter den anderen Menschen zu leben. Und obwohl sie selber von etwas überzeugt waren und konsequent danach lebten, haben sie aus ihrer Überzeugung nicht immer gleich ein Evangelium gemacht.“

Wir können immer wieder erleben: Da vertritt jemand eine wirklich gute und gottgewollte Sache, aber die Art, wie er dafür eintritt, lässt anderen Menschen keinen Spielraum mehr. Vereinfacht gesagt: Wenn ich so denke, sollen alle so denken.

Aber das ist niemals die Radikalität der Heiligen gewesen. Sie zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie alles als ihr persönliches Risiko tragen. Sie brauchen für die Treue zur eigenen Überzeugung nicht die Zustimmung der Öffentlichkeit. Und sie verwechseln nicht den Himmel mit der Erde. Sie sind selber unbeirrbar in Gott verankert, aber wissen zugleich, dass sie mit allen Menschen auf dieser Erde unter irdischen Bedingungen zusammenleben. Sie sind Menschen unterwegs wie alle anderen auch, aber unterwegs mit einer unerschütterlichen Zuversicht, die unter den Menschen eine große Sicherheit und Selbständigkeit gibt. Solche Menschen haben sich die biblischen Maßstäbe Gottes zu Herzen genommen, die im Evangelium genannt wurden: Friedfertigkeit, Gerechtigkeit, Verständnisbereitschaft, Duldsamkeit und Barmherzigkeit. Und sie waren davon überzeugt, dass es sinnvoll und wirklich heilsam ist, nach solchen Grundsätzen zu leben, egal, wie andere darüber denken, egal, wie viele sich mit dafür einsetzen, egal, welche Erfolge sich beim Handeln nach diesen Grundsätzen einstellen.


Heilige erkennt man auch heute daran, dass sie nach Grundsätzen leben, die in Gott verankert sind, dass sie in großer Freiheit anders denken und leben als ihre Umwelt und dass sie an das Gute glauben, das sich durchsetzen wird, auch wenn das nicht schon zu ihren Lebzeiten geschieht. Heilige haben einen langen Atem, weil sie mit Gott leben.

Und Heilige sind Menschen, durch die es anderen leichter wird zu glauben. Schauen wir darum immer wieder auf die große Schar der Heiligen, und suchen wir uns ruhig unsere Freundinnen und Freunde unter ihnen aus, an denen wir uns selber erkennen in unseren Stärken und Schwächen. Und vergessen wir nicht, dass unter diesen Heiligen unsere Verstorbenen sind, die ihre Hoffnung auf Gott gesetzt haben.

Liebe Schwestern und Brüder, zu den Gottesdiensten an Allerheiligen und Allerseelen lade ich Sie ganz herzlich ein.

Wie ich Ihnen bereits mitgeteilt habe, hat die Vorbereitung auf die Erstkommunion und die Firmung im Jahr 2018 bereits begonnen. Der Auftaktgottesdienst zur Firmvorbereitung findet am 05. November um 18.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael in Brakel statt. Die Kommunionkinder werden dann wieder im Familiengottesdienst am 1. Advent (03. Dezember), ebenfalls in der Pfarrkirche St. Michael in Brakel, vorgestellt.

Bitte denken Sie daran, dass am 11. und 12. November die Pfarrgemeinderatswahlen stattfinden. Bitte machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Am Christkönigssonntag werden in den Gemeinden unseres Pastoralen Raumes Brakeler Land die neuen Messdiener eingeführt. Ich danke den Mädchen und Jungen von dieser Stelle aus für ihre Bereitschaft zum Dienst am Altar und wünsche viel Freude.

Ihnen und Ihren Familien alles Gute, viel Kraft, auch im Namen des Teams und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

Ihr W. Koch