Liebe Schwestern und Brüder,

ich hoffe, Sie haben sich in den Ferien und im Urlaub gut erholt!

Auf der Vorderseite der aktuellen Pfarrnachrichten sehen Sie die 300 Jahre alte Johannessäule in Hembsen. Auf dem Sockel links steht die Übersetzung:
„Zur Ehre Gottes der hl. Jungfrau Maria und des hl. Johannes d. Täufers dem Patron „Woher kommt mir das, daß die Mutter des Herrn zu mir kommt?“ – „und siehe Elisabeth deine Verwandte wird einen Sohn gebären in ihrem Alter, dessen Name groß sein wird“
In einem Dankgottesdienst haben wir an der Säule dieses Jubiläum mit der Fahnenabordnung der Schützen und der Musikkapelle Rimbeck gefeiert.

200 Kinder sind in diesem Jahr eingeschult worden. Wir wollen die Kinder liebevoll und fürsorglich auf ihrem neuen Lebensabschnitt begleiten.

Die Vorbereitung auf die Erstkommunion und die Firmung im Jahr 2018 hat bereits begonnen.

Am 11. und 12. November 2017 finden in allen Gemeinden unseres Bistums, somit auch in unseren Gemeinden des Pastoralen Raumes Brakeler Land, die Pfarrgemeinderatswahlen statt. Die Pfarrgemeinderäte leisten großartige Arbeit, wenn sie nicht wären, sähe es in unseren Gemeinden sicherlich ganz anders aus. Von dieser Stelle aus danke ich jetzt schon im Namen des gesamten Teams für ihren Einsatz.

Ganz herzlich lade ich Sie zu den Erntedankgottesdiensten ein. Mehr denn je haben wir allen Grund „DANKE“ zu sagen, dass es uns so gut geht und wir keinen Hunger leiden müssen. Machen wir uns immer wieder bewusst, dass in vielen Ländern der Erde tausende Kinder, Mütter und Väter an Hunger sterben.

Liebe Schwestern und Brüder, jeder hat seine Erfahrungen mit dem grauen Alltag. Man beginnt morgens seine Arbeit, erfüllt seine Pflichten recht und schlecht und setzt sich abends zur Ruhe. Alles plätschert dahin ohne Höhepunkte. Ärger und Freude halten sich die Waage.

Aber es gibt auch ausgesprochene Pechsträhnen. Da geht alles schief: Rückschläge im Beruf, Ärger mit den Kollegen, Probleme in der Familie, Kummer mit der Gesundheit. Es reißt nicht mehr ab.
Gott sei Dank gibt es auch das Gegenteil. Wir kennen Zeiten, wo wir ehrlich sagen können: Es geht mir gut, sehr gut sogar. Es ist uns gegönnt, in Frieden und ohne unmittelbare Bedrohung zu leben. Doch der Lebensweg kann auch zu Stationen führen, an denen diese beiden Phasen zusammenfallen, wo uns urplötzlich Schmerz und Freude mit der gleichen überwältigenden Macht erfassen.

Aus einer solchen Situation hat der Apostel Paulus einen Brief an die Philipper geschrieben. Der Apostel sitzt mit gefesselten Händen im Gefängnis, ist zur Tatenlosigkeit verurteilt, von seinen Mitarbeitern und Freunden getrennt und blickt in eine ungewisse Zukunft. In dieser bitteren Not erhält er einen Gruß von seiner Lieblingsgemeinde. Sie hat ihm wohl etwas Geld geschickt, vielleicht auch Lebensmittel und vor allem gute Wünsche.

Paulus erlebt dicht gedrängt, was er schon oft in seinem Leben erfahren hat: Leid und Freude, Angst und Hoffnung und Sattsein. Bisher ist er mit allem fertig geworden. Das ist keineswegs selbstverständlich.

Jeder von uns kennt Menschen, die im Leid verbittert, manchmal sogar zerbrochen sind. Auch Phasen des Wohlstandes sind nicht immer so einfach zu bewältigen, wie wir vermuten. Dass einer unbekümmert sein Lebensglück zerstört und das anderer dazu, ist keine Seltenheit.

Immer wieder sind wir mit unterschiedlichen Leuten zusammen, gesunde und kranke, junge und alte. Viele fühlen sich wohl in ihrer Familie, andere sind mit Sorgen und Ärger überhäuft und würden am liebsten davonlaufen. Der andere ist seines Glaubens froh und versucht, danach zu leben, der andere ist von Zweifeln geplagt und hat schon etliche Abstriche gemacht. Deshalb lade ich Sie im Namen des gesamten Teams zu den Gottesdiensten ein, damit wir immer mehr spüren, dass wir Christus viel zu verdanken haben.

Es stimmt tatsächlich, was Paulus an die Philipper schreibt: „Christus macht uns fähig für alle Wechselfälle des Lebens.“ Ob wir arm oder reich sind, jung oder alt, gesund oder krank, stark oder schwach:
Christus ist und bleibt uns nahe. Er verlässt uns nicht, gleichgültig, wie es um uns steht.

Herzliche Grüße,

Ihr W. Koch