Eine fast abenteuerliche Reise ist für ein 88 Jahre altes Gemälde zu Ende gegangen. Das Bildnis mit dem Titel „Das Schweißtuch der Veronika“ hat in der Pfarrkirche Bökendorf nun einen würdigen Platz gefunden. Elisabeth Kühlert aus Siddessen schenkte das Bild der Kirchengemeinde Bökendorf und übergab es an die Vertreter der Gemeinde, allen voran Pfarrer Wilhelm Koch. Dieser zeigte sich von der Leuchtkraft des Bildes begeistert. Auch Ursula Meier vom Kirchenvorstand und Bernhard Aufenanger vom Pfarrgemeinderat freuten sich über diese schöne Schenkung und bedankten sich recht herzlich.

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Offizielle Übergabe am 03.11.2015:
Elisabeth Kühlert (v.l.), Pfarrer Wilhelm Koch, Ursula Meier vom Kirchenvorstand und Bernhard Aufenanger vom Pfarrgemeinderat.

Gemalt worden ist das Bild von einem Münchener Künstler im Jahre 1927. Der Maler hatte seinerzeit eine Kirche in der Diözese Belleville bei St. Louis (USA) neu ausgemalt und das Bild dem dort zuständigen Pfarrer Franz Tecklenburg (1883-1965), der gebürtig aus Auenhausen stammt, als Geschenk übergeben. Nach seinem Tod im Jahr 1965 kam das Bild in den Besitz seiner Haushälterin Hedwig Förster. Pfarrvikar Albert Tecklenburg, ein Bruder von Franz, erwarb das Gemälde nach dem Tod der Haushälterin im Jahr 1978 und brachte es mit nach Deutschland. Albert Tecklenburg (1896-1988) wirkte von 1949 bis 1970 als Seelsorger in Bökendorf und blieb auch nach seiner Pensionierung dort wohnen. Nach Recherchen zufolge hing das Gemälde im Schlafzimmer des Geistlichen. Im hohen Alter vermachte er das Bild dann seiner Nichte Änne Kühlert in Siddessen, die inzwischen auch bereits verstorben ist. Auch ihre Schwiegertochter Elisabeth Kühlert hielt das Bild viele Jahre in Ehren. Im Hause Kühlert hatte das Bild seinen Platz im Treppenhaus gehabt. Nun übergab Elisabeth Kühlert das Gemälde an die Kirchengemeinde Bökendorf, wo „Onkel Albert“ viele Jahre seines Lebens gewirkt hatte. Auf dem örtlichen Friedhof liegt er begraben.

Das Gemälde hat seinen Platz nun in der ehemaligen Taufkapelle der Bökendorfer Pfarrkirche gefunden, direkt neben dem Aufgang zur Orgelempore.

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