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Kath. Kirchengemeinde St. Johannes Nepomuk Bökendorf
 

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Bökendorf feiert seinen Fünf-Sterne-Patron

Vor 300 Jahren wurde Johannes Nepomuk seliggesprochen

Unsere Pfarrgemeinde feiert am Sonntag, den 16. Mai 2021, ihren Kirchenpatron, den heiligen Johannes Nepomuk. Das Patronatsfest beginnt um 10.30 Uhr mit dem Festhochamt in der Pfarrkirche. Es gelten beim Besuch des Gottesdienstes die allseits bekannten Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Die seit Generationen durchgeführte, traditionelle Prozession rund um das Kulturmusterdorf muss leider auch in diesem Jahr coronabedingt entfallen, allerdings erfolgt nach der Messfeier ein feierlicher, eucharistischer Segen.

Die Gemeindemitglieder sind desweiteren herzlich eingeladen, am Patronats-Wochenende ein persönliches Gebet an der Nepomuk-Kapelle am Wullhof zu sprechen. Hildegard Maas, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich um die kleine Kapelle kümmert, wird diese trotz Absage der Prozession so schön festlich schmücken, wie sie es immer am Patronatsfest macht.

In diesem Jahr gibt einen Grund mehr, sich in besonderer Weise an den böhmischen Märtyrer zu erinnern: vor genau 300 Jahren wurde unser Kirchenpatron seliggesprochen. Am 31. Mai 1721 erfolgte in einer feierlichen Zeremonie durch Papst Innozenz XIII. die Seligsprechung und nur wenige Jahre später im Jahr 1729 die Heiligsprechung des Johannes Nepomuk. Bereits vor der Kanonisierung hatte seine Verehrung eine weite Verbreitung gefunden, doch mit den beiden offiziellen Zeremonien erlangte Johannes Nepomuk eine ungeahnte Popularität und machten ihn geradezu zum „Modeheiligen“ der Barockzeit. Böhmische Glasbläser brachten in jener Zeit nicht nur ihre Handwerkskunst in die hiesige Gegend, sondern auch ihre Verehrung des National-Heiligen. Und so wurde Johannes Nepomuk als Patron des neuen Gotteshauses auserkoren, welches in den Jahren 1728/30 in die Ortsmitte von Bökendorf gebaut wurde, nachdem die Glasbläser aus Böhmen bereits einige Jahre zuvor eine kleine Kapelle am südlichen Ortsausgang dem Märtyrer gewidmet hatten. Insbesondere in zahlreichen barocken Kirchen sowie als „Brückenheiliger“ ist heutzutage der heilige Johannes Nepomuk in der Öffentlichkeit mit vielen Statuen präsent und so bekannt wie kaum ein anderer Heiliger. Erst letztes Jahr wurden in Beverungen und Willebadessen-Helmern zwei neue Statuen aufgestellt. „Das macht deutlich, dass uns Johannes Nepomuk auch heute noch etwas zu sagen hat“, erklärt Bernhard Aufenanger als Vorsitzender des Bökendorfer Pfarrgemeinderates. "Immerhin ist er nicht nur Patron gegen Wassergefahren, sondern auch gegen böse Zungen, gegen üble Nachrede. Somit steht er für Anliegen, die mehr denn je aktuell sind, wenn man an all die Beleidigungen und Unwahrheiten denkt, die in sozialen Medien kursieren“, erläutert Aufenanger.

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Plakette und Inschrift im Sockel der Joh.-Nepomuk-Statue an der Warburger Diemelbrücke

 

In der Ikonografie werden den Heiligen bestimmte Attribute zugeordnet. Bei Johannes Nepomuk sind dies: Kleidung als Zeichen seines kirchlichen Ranges als Domherr (Talar, Chorhemd, Birett, u.a.), Kruzifix, Märtyrerpalme, Finger über den Mund sowie ein Nimbus mit fünf Sternen. Dies ist sehr bemerkenswert, denn sonst trägt nur die Madonna einen Sternenkranz. Bei Johannes Nepomuk wird die Fünfzahl mit den Buchstaben des Wortes „tacui“ (ich habe geschwiegen) erklärt.

Aus Anlass des 300. Jahrestages der Seligsprechung gibt es auf dieser Homepage viele aufschlussreiche Informationen über die örtliche Verehrung des heiligen Johannes Nepomuk, was sicherlich nicht nur für Einheimische interessant sein dürfte. Wenn Sie HIER klicken, werden Sie zu der Extra-Rubrik "Johannes-Nepomuk-Verehrung" weitergeleitet.

 

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In Bökendorf lassen sich seit mehr als 300 Jahren zahlreiche Ausdrucksformen einer innigen Verehrung des heiligen Johannes Nepomuk finden: die Fotocollage zeigt im Uhrzeigersinn die Nepomuk-Kapelle am Wullhof (oben links), die Statue des Heiligen in der Kirche, ein Gemälde des Märtyrers sowie einen Ausschnitt aus dem Nepomuk-Kirchenfenster.