Jedes Jahr am Samstag nach dem 29. Juni (oder, falls der 29. Juni ein Samstag ist, an diesem Tag) begeht die Stadt Brakel und damit die Pfarrgemeinde St. Michael ihren Lobetag. Gleichzeitig feiert der Schützenverein an diesem Wochenende sein Schützenfest. Der Ursprung des Lobetages liegt in einer Legende, die eng mit dem Heiligen Michael verknüpft ist:
Während des Dreißigjährigen Krieges nahmen die Bürger von Brakel mit Schrecken wahr, dass der Sudheimer Berg in der Nähe der Stadt ganz schwarz von feindlichen Kriegern war, die dort lagerten. Nach den Fahnen zu schließen, waren es Schweden. Da ertönte die Bürgerglocke. Wer die Waffen tragen konnte, griff zum Schwert oder zur Lanze. Mutig zog die Wehr dem Feinde entgegen, nachdem sie in ihrer Not um die Hilfe des mächtigen Schutzpatrons der Stadt, des heiligen Michael angefleht hatte.
Kaum hatten sie jedoch das Stadttor hinter sich, als sie an der Spitze ihres Zuges einen Ritter erblickten, der hoch auf einem weißen, feuersprühenden Pferd sitzend, die drohend erhobene Lanze schwang und dessen Rüstung von Gold und Silber strahlte, so dass man fast geblendet wurde. Als der Zug an der über die Nethe führende Sudheimer Brücke anlangte, wo ein Kreis von alten Linden steht, war der Feind spurlos verschwunden – aber auch der Wunderritter. Dieser konnte nach der Meinung der frommen Bürger kein anderer gewesen sein als der Erzengel Michael, der Schutzpatron der Stadt.
Daher schworen die Bürger, von nun an jedes Jahr nach Sudheim zur Linde zu ziehen um dort der Errettung zu gedenken, um zu danken, Gott zu loben, zu beten und zu singen.
Seitdem ziehen die Schützen am Peter und Paul Tag bzw. am Samstag danach nach einer Messe in der Pfarrkirche mit ihren Waffen und Musik zur Sudheimer Linde. Frauen und Kinder folgen gemeinsam mit dem Pfarrer dem Allerheiligsten in einem gebührenden Abstand und in feierlicher Dankprozession. An der Sudheimer Linde findet dann ein kurzer Wortgottesdienst statt, in dem zumeist ein Ehrengast predigt. Bevor es dann zurück zur Kirche geht, erfolgen Salutschüsse der Schützen. Zurück in der Kirche endet die Lobeprozession mit dem feierlichen sakramentalen Segen.