Der Hl. Ansgar wird als „Apostel des Nordens“ verehrt. Er war Erzbischof von Hamburg und Bremen. Er missionierte in Norddeutschland sowie in den nordischen Ländern Schweden und Dänemark. Auf seinen zahlreichen Reisen war Ansgar im wahrsten Sinne des Wortes ein Glaubensbote, getragen von einer Vision, die er als etwa 20-jähriger gehabt hatte. P1030654 2Eine Stimme sagte zu ihm: „Gehe hin! Mit der Krone des Martyriums wirst du zu mir zurückkehren“. Diesem Ruf folgte Ansgar zeit seines Lebens. Allerdings musste er kein Martyrium erleiden, um in die Schar der Heiligen aufgenommen zu werden.

Nach dem Tod seiner Mutter kam Ansgar früh in das Benediktiner-Kloster Corbie (Frankreich), und zwar im Alter von 5 Jahren. Als junger Mönch wurde Ansgar im Jahr 823 von Corbie in das Kloster Corvey/Weser geschickt, welches erst ein Jahr zuvor (neu) gegründet worden war. Dort sollte er als Lehrer tätig sein.

Mit der Begleitung des gerade in Mainz getauften dänischen Königs Harald Klak im Jahr 826 begann die Missionstätigkeit des Benediktinermönchs Ansgar im Norden.

830: Nach mäßigem Erfolg in Dänemark begann Ansgar mit der Mission in Schweden und gründet eine Kirche und eine Schule in Birka.

831: Nach ersten Erfolgen in Birka ein neuer Auftrag: Ansgar soll als Bischof in Hamburg einen starken Stützpunkt am Rande Nordelbiens aufbauen.

845: Wikinger überfielen Hamburg und vertrieben Bischof Ansgar. Er wurde auf den vakanten Bischofsstuhl in Bremen berufen, beide Bistümer wurden 848 zusammengelegt.

845 vernichtete ein Aufstand auch das Missionswerk im schwedischen Birka.

849: Ansgar reiste erneut nach Dänemark und gründete in
Schleswig/Haithabu eine Kirche.

852–854: Zweite Missionsreise nach Schweden

854: Mit dem Tod König Horichs I. verlor die christliche Mission in Dänemark ihren Rückhalt. In den folgenden Machtkämpfen wurde die Kirche in Haithabu geschlossen, durch erneute Intervention erreichte Ansgar die Wiedereröffnung

3. Februar 865: Ansgar verstarb nach schwerer Krankheit in Bremen und wurde im dortigen St.-Petri-Dom bestattet. Sein Schüler und Biograf Rimbert wurde am gleichen Tag zum Erzbischof von Hamburg-Bremen ernannt.

Eckdaten zum Hl. Ansgar:
Gedenktag katholisch: 3. Februar
Geboren: um 801 bei Corbie (?) in Frankreich
Gestorben: 3. Februar 865 in Bremen

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Links anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon
Link: Nova Corbeia, die virtuelle Bibliothek Corvey

In hiesiger Gegend ist in Höxter das Krankenhaus nach Ansgar benannt. In Corvey wird dem Hl. Ansgar seit einigen Jahren am 03.02. gedacht in Form einer Vesper o.ä.

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In der Pfarrkirche Bökendorf wird der Hl. Ansgar in einem der 10 großen Kirchenfenster dargestellt. Mit einem Schiff auf der Weser macht sich Ansgar von Corvey aus auf in Richtung Norden. Im unteren Teil des Fensters eine Strophe aus Webers „Dreizehnlinden“, die passend ausgesucht ist zu der dargestellten Szene ("…. schickt er seines Heiles Boten!“)

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Haithabu bei Schleswig (an der Schlei) gehörte zu Zeiten Ansgars zu Dänemark und war seinerzeit eine wichtige Handelsmetropole. Bekannt ist der Ort heute durch sein Wikinger-Museum. Unweit von Haithabu wurde im Oktober 2011 die „Ansgar-Memoria“ eingeweiht, also in unmittelbarer Nähe zu der Kirche, die Ansgar 849 bauen ließ (die genaue Stelle ist nicht bekannt). Auf einer Wiese am Ufer des Noors wurden dazu 144 Stahlstäbe im Boden verankert; in deren Mitte befinden sich ein schlichter Gedenkstein und eine Sitzbank. Die Spitzen der Stäbe aber, die Kriegerisches symbolisieren, tragen ein Tuch in Form eines Kreuzes - so soll deutlich werden, dass das Christentum mit seiner Botschaft vom Frieden die Speere der Gewalt überwunden hat.