Veronika von Jerusalem ging in die Geschichte ein, weil sie Jesus auf seinem Kreuzweg das Schweißtuch gereicht haben soll. P1030662 2Als Heilige des Volkes wird Veronika vielerorts verehrt, obwohl gar nicht sicher ist, ob sie überhaupt existiert hat. Doch bis heute steht sie mit ihrer Geschichte im Zentrum der sechsten Kreuzwegstation.

Seit dem 4. Jahrhundert wird im Abendland die Veronika-Legende verbreitet und weiter ausgestaltet. Danach soll Veronika eine der Jüngerinnen Jesu gewesen sein, die ihn auf seinem Weg begleiteten. Die Legende berichtet von einer Frau, die Jesus auf seinem Kreuzweg ein Schweißtuch reicht, mit dem er sich das Gesicht trocknet. Der Abdruck seines Gesichts soll auf dem Tuch zurückgeblieben sein.

In einer Ausgestaltung der Legende heißt es, der schwerkranke Kaiser Tiberius habe von Jesus gehört und seine Boten nach ihm geschickt. Als er von dessen Tod hörte, ließ er Pilatus absetzen und bat Veronika zu sich. Als Veronika dem Kaiser das Tuch mit dem Gesicht Jesu zeigte, wurde der kranke Mann auf der Stelle gesund und ließ sich taufen. Weiter heißt es, Veronika sei daraufhin in Rom geblieben. Als sie starb, soll sie das Tuch mit dem Bild Jesu dem heiligen Clemens vermacht haben. Eine andere Legende aus Frankreich berichtet, Veronika sei im Jahr 70 in Soulac gestorben. Ihre Gebeine seien dann in die Kirche Sankt-Seurin (Bordeaux) übertragen worden.

Ursprünglich wurde die Heilige wahrscheinlich 'Beronike' genannt. Dies ist die makedonische Form von 'Pherenike' und bedeutet "die Siegbringerin" (griechisch). Seit dem 12. Jahrhundert wird sie Veronika genannt. Dieser Name ist abzuleiten von "vera ikon" (griechisch/latienisch), das "wahre Abbild".

Von 'Veronika' leiten sich folgende Namen ab: Verona, Veronia, Verena, Varena, Vera, Veronique, Vroni, Frony, Ronnie, Nicky.

Veronika wird mit einem ausgebreiteten Tuch in den Händen, auf dem das Antlitz Jesu abgebildet ist, dargestellt. Meist trägt sie eine Haube oder einen Schleier auf dem Kopf. In der Pfarrkirche Bökendorf gibt es zwei Darstellungen der Hl. Veronika: zum einen im Fester-Bild des Kreuzweges und zum anderen ein Bild mit dem Titel „Schweißtuch der Veronika“. Das Bild befindet sich erst seit November 2015 im Besitz der Kirchengemeinde. Die interessante Geschichte zum Bild können Sie HIER nachlesen (bitte anklicken).

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Bild „Schweißtuch der Veronika“

Veronika ist Patronin der Fotografen, der Pfarrhaushälterinnen, Wäscherinnen, Leinenweber, Leinenhändler, für einen guten Tod, bei schweren Verletzungen und Blutungen.

Eckdaten zur Hl. Veronika:
Gedenktag katholisch: 04. Februar
Geboren: n.b.
Gestorben: im 1. Jhd.

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Links anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon
Link: Kathpedia, die freie katholische Enzyklopädie