Hildegund war die Tochter eines gräflichen Edelherren. Nach dessen Tod trat ihre Mutter dem Prämonstratenserorden bei. Nachdem auch Hildegunds Mann Lothar von Are und einer ihrer Söhne gestorben waren, unternahm sie eine Wallfahrt nach Rom zu den Gräbern der Apostel. Dort erlebte sie auch die große Verehrung von Laurentius durch die römische Bevölkerung. Nach ihrer Rückkehr stiftete sie 1165 mit Hilfe ihres zweiten Sohnes Hermann, der ins Prämonstratenserkloster Cappenberg eingetreten war, und ihrer Tochter Hadwigis auf dem elterlichen Gut, der Burg Meer - dem heutigen Meerbusch bei Neuss -, ein Prämonstratenserinnenkloster und ab 1168 die Kirche Sankt Laurentius. Die Gründung des Klosters, das Hildegund bis zu ihrem Tod leitete, wurde 1166 vom Kölner Erzbischof und 1178 vom Papst bestätigt.

Nachdem die fromme Stifterin Hildegund am 06.02.1183 starb, wurde sie im Chorraum der Laienschwestern in ihrer Kirche St. Laurentius in Meer(-busch) bestattet. Nach zwei überraschenden nächtlichen Erhebungen des Schreins veranlasste ihr Sohn Hermann von Cappenberg ihre Beisetzung vor dem Hochaltar. Nach dem Tod ihrer Mutter übernahm Hadwigis die Leitung des Klosters Meer. Das Kloster wurde 1802 in der Säkularisation aufgelöst.

Hildegund wurde nie offiziell kanonisiert. Gleichwohl galt sie gemeinsam mit ihrer Tochter innerhalb des Ordens stets als "Venerabilis" (Ehrwürdige) und gilt in der Region um Meerbusch als "Selige Hildegundis". Hildegunde ist Patronin für eine glückliche Entbindung und gegen Kopfschmerzen.

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In Bökendorf erinnert eine Kirchenglocke an Hildegund von Meer. Im Sommer 1962, als die beiden Türme fertig waren (allerdings ohne Dach und die Sandsteinrippen), wurden drei neue Glocken beim Bochumer Verein bestellt. Am 09.09.1962 wurden die Glocken geweiht auf die Namen St. Johannes von Nepomuk, St. Elmar und St. Hildegunde. Die beiden letztgenannten Glocken „sollen uns stets an das inhaltstiefe Epos ‚Dreizehnlinden‘ erinnern“, so schrieb Vikar Tecklenburg seinerzeit in die Kirchenchronik.

Die Hildegunde-Glocke hat den Schlagton „gis“ und ein Gewicht von 442 kg. Es ist die kleinste Glocke im Geläut. Sauber, klar und voll Glanz ist der Schlagton. Glanzvoll ist auch die kräftig anklingende Prime, kraftvoll und betont das Summen der Unteroktav. Kräftig und füllig strahlt die freudig singende Terz. Freudig-gestimmt ist auch die Charakteristik dieser klangschönen Glocke (Auszug aus dem Glockengutachten von 1962).

Die drei Glocken sind auf das Tonmotiv „Te Deum“ gestimmt. Am 19.10.1962 läuteten die Glocken zum ersten Mal elektrisch. Die Freude war groß, allen gefiel der kräftige und harmonische Klang.

In Bökendorf sowie in vielen weiteren Orten mit einem Bezug zum Dichterarzt Friedrich Wilhelm Weber gibt es eine „Hildegundestraße“, meist in Kombination mit einer „Elmarstraße“. Allerdings zielen diese Widmungen ausschließlich auf die Hauptpersonen des Epos ‚Dreizehnlinden‘ ab.

Eckdaten zur Hl. Hildegunde:
Gedenktag katholisch: 06. Februar
Geboren: um 1115
Gestorben: 06. Februar 1186 in Meer, heute Meerbusch bei Neuss (NRW)

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Links anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon
Link: KirchenKunstKultur Meerbusch; Die Geschichte des Hauses Meer