Bereits im Knabenalter schloss sich Nikolaus dem Orden der Augustiner-Eremiten an. In seiner Heimatregion wirkte er später Jahrzehnte lang als Seelsorger, Prediger und Beichtvater. Nachdem er die Priesterweihe empfangen hatte, wurde er Novizenmeister in Sant’Elpidio.

Im Jahr 1275 ließ sich Nikolaus in Tolentino nieder. Aufgrund seiner Glaubwürdigkeit durch seinen asketischen Lebenswandel und seiner gewinnenden PersönlichkeitP1010158 strömten die Menschen bald von nah und fern, um sich den Rat des Priesters einzuholen, seine Gottesdienste zu besuchen und ihn predigen zu hören. Viele kamen auch mit ihren Leiden und Gebrechen zu Nikolaus. Es zeigte sich, dass dieser Gottesmann die Gabe besaß, Wunderheilungen zu vollbringen. Schon bald verehrte man ihn wie einen Heiligen.

Auch nach dem Tode Nikolaus’ am 10. September 1305 ereigneten sich an seinem Grab zahlreiche Heilungen. An seinen Armen, die man als Reliquien vom Körper abgetrennt aufbewahrte, sollen zudem an bedeutsamen kirchlichen Festen Blutergüsse aufgetreten sein.

Nachdem die Gebeine Jahrhunderte lang verschollen waren, entdeckte man sie im Jahr 1926 wieder. Als letzte Ruhestätte dient seitdem eine eigens dafür erbaute Krypta in der Basilika Santa Nicola in Tolentino.

Der Name "Nikolaus" (griech.) bedeutet "Sieger im Volk". Von "Nikolaus" leiten sich folgenden Namen ab: Nick, Nicky, Niklaus, Niklas, Niko, Nikolai, Klaus, Klas, Claes, Colin, Nils, Mikus, Mikolaj. Dargestellt wird Nikolaus von Tolentino in der Kleidung der Augustiner-Eremiten, mit Lilienstängel, Schüssel mit zwei gebratenen Vögeln, mit Stern auf dem Mantel, Kreuz, Buch oder Geißel. Er ist Patron von Bayern, der Städte Rom, Tolentino, Venedig, Genua, Antwerpen, Córdoba und Lima, für das tägliche Brot, für die Armen Seelen im Fegefeuer, der Arme-Seelen-Bruderschaft.

Bild Beichtz P1030665

In der Pfarrkirche Bökendorf ist der Hl. Nikolaus von Tolentino auf einem Bild zu sehen, welches im Beichtzimmer hängt. Rita wollte als Augustiner-Eremitin ins Kloster in Cascia eintreten, wurde aber abgewiesen. Die Überlieferung berichtet, dass daraufhin Johannes der Täufer, Augustinus und Nikolaus von Tolentino in einer nächtlichen Vision der Rita erschienen und sie zur Klosterpforte führten, worauf sie dann eingelassen wurde. Auf dem Bild sind Augustinus von Hippo, Rita von Cascia und Nikolaus von Tolentino dargestellt; alle drei blicken zur Muttergottes Maria mit Jesus auf.

Die antike Tradition der Verehrung eines Himmelsgürtels lebt hier in der christlichen Verehrung des Mariengürtels fort. Das wird im Bild sehr deutlich: Maria ist mit einem schwarzen Ledergürtel umgürtet, dessen Ende von Augustinus, Rita und Nikolaus ehrfurchtsvoll, demütig und dankbar in den Händen gehalten wird. Insbesondere die Augustiner-Eremiten, zu denen Rita und Nikolaus zählen, pflegten die Verehrung der Schwarzgürtel-spendenden Madonna und trugen selbst einen schwarzen Ledergürtel.

Eckdaten zum Hl. Nikolaus von Tolentino:
Gedenktag katholisch: 10. September
Geboren: um 1245 in Sant’Angelo in Pontano (Italien)
Gestorben: 10. September 1305 in Tolentino (Italien)

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Link anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon