Der Apostel Matthias nimmt eine kleine Sonderstellung ein. Zum einen, weil man ihn vergeblich auf „Abendmahl-Gemälden“ sucht, wo Jesus und die zwölf Apostel dargestellt werden. Zum anderen, weil er der einzige Apostel ist, dessen Grab sich nördlich der Alpen befindet.

Matthias wurde nachträglich als zwölfter Apostel anstelle von Judas Iskariot eingesetzt. Die Apostelgeschichte (Apg 1,15-25) berichtet, dass nach der Himmelfahrt Jesu durch das Los bestimmt wurde, wer als Ersatz für den Verräter in den Kreis aufgenommen werden sollte. Die Apostel und Jünger waren in einem Hause zu Jerusalem zum Gebete versammelt. Da trat Petrus, das Haupt der Apostel und der christlichen Gemeinde, mitten in die Versammlung und sprach, dass an die Stelle des Judas ein anderer tauglicher Mann gewählt werden müsse und zwar ein solcher, welcher mit Jesus selbst umgegangen, ihn gehört habe und Zeuge seiner Taten gewesen sei. Da brachten die Apostel zwei von den Jüngern Jesu in Vorschlag: Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und eben Matthias. Beide waren würdig des Apostelamtes; daher wollten sie die Entscheidung Gott überlassen. Alle beteten und warfen dann das Los. Die Entscheidung fiel zugunsten von Matthias aus.

Über das Leben des Apostels Matthias ist nur wenig bekannt. Nach der Legende soll Matthias in Äthiopien gewirkt und das Martyrium erlitten haben. Er soll gesteinigt und mit einem Beil erschlagen worden sein. Seine Reliquien wurden zu Beginn des 4. Jahrhunderts von Bischof Agritius als Geschenk von Kaiserin Helena nach Trier gebracht. Dort werden sie in der Abteikirche St. Matthias verehrt Es ist das einzige Apostelgrab auf deutschem Boden sowie nördlich der Alpen.

Matthias ist Patron des Bistums Trier, von Goslar, Hannover und Hildesheim, der Bauhandwerker, Metzger, Zuckerbäcker, Schmiede, Schneider und der Matthiasbruderschaften. Matthias wird angerufen zum Schulbeginn von Jungen, gegen Keuchhusten, Blattern und gegen eheliche Unfruchtbarkeit.

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In der Pfarrkirche Bökendorf ist ein Apostelleuchter namentlich dem Hl. Matthias gewidmet. Zudem sind die Apostel (ohne namentliche Zuordnung) P1010106 768x1024am Ständer der Osterkerze kunstvoll dargestellt. Gezeigt wird das „Pfingstereignis“, bei dem Matthias auch zugegen war. Sowohl Apostelleuchter und Osterkerzen-Ständer stammen aus der Schmiede der Brüder Winkelmann (Möhnesee) und wurden im Rahmen der Innen-Renovierung 1997 extra für die Pfarrkirche angefertigt. Und wie gesagt: auf dem Bild „Das letzte Abendmahl“, welches den Tabernakel-Retabel in Bökendorf schmückt, sucht man den Hl. Apostel Matthias vergeblich.

Eckdaten zum Hl. Matthias:
Gedenktag katholisch im deutschen Sprachgebiet: 24. Februar
Geboren: (?)
Gestorben: um 63

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Link anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon
Link: Kathpedia, die freie katholische Enzyklopädie