Vor 200 Jahren wurde der westfälische Dichterarzt Friedrich Wilhelm Weber geboren (1813-1894). Aus diesem Anlass hat der Pfarrgemeinderat Bökendorf die besondere „Exkursion Dreizehnlinden" angeboten. Denn die Gemeinde hat als Schauplatz „Hof von Bodinkthorpe" und speziell auch die Pfarrkirche eine besonders enge Verbindung zu Webers bekanntem Epos' Dreizehnlinden. Über 30 Teilnehmer (darunter Heimatgebietsleiter Horst-D. Krus, Kreisheimatpfleger Martin Koch, Stadtheimatpfleger Alfons Jochmaring, Ortsheimatpfleger Reinhard Koch sowie der Vorsitzende der Friedrich-Wilhelm-Weber-Gesellschaft, Hermann Sömer) haben sich am Sonntag, den 17.03.2013, auf eine interessante „literarische Spurensuche" begeben und waren bei ihrer Suche erfolgreich. Gefunden haben sie viele Details im Kulturmusterdorf mit Bezug sowohl auf das Epos als auch auf Friedrich Wilhelm Weber.

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Sichtlich beeindruckt zeigten sich die interessierten Teilnehmer von der aufschlussreichen Kirchenführung, insbesondere von den zehn großen farbenprächtigen Kirchenfenstern. Sie zeigen Szenen, die einerseits das Gloria Dei symbolisieren und andererseits die mittelalterliche Missionsgeschichte darstellen. Die Fenster dokumentieren eindrucksvoll u.a. Orts- und Zeitgeschichte. Am Fuße der großen Fenster steht jeweils eine Strophe aus dem Epos Dreizehnlinden, die passend zu den dargestellten Szenen ausgesucht wurde. Zahlreiche Teilnehmer haben es sich auch nicht nehmen lassen, einen der beiden Kirchtürme zu besteigen, um die Glocken zu bestaunen, die u.a. nach den Hauptfiguren des Epos', Elmar und Hildegunde, benannt sind. Der damalige Pfarrvikar Albert Tecklenburg, der vor über 50 Jahren den Neubau der Bökendorfer Kirche vorangetrieben hat, war ein großer Heimatfreund und Bewunderer Webers. So hat er viele Bezüge aus dem Epos in den Kirchenbau einfließen lassen.

Zum Abschluss der Exkursion haben Beatrix Spieker und Bernhard Aufenanger vom Pfarrgemeinderat die Teilnehmer mit einer besonderen Foto-Präsentation überrascht. Eine kurzweilige Zusammenfassung des Epos' wurde nämlich mit Fotos der Bökendorfer Freilichtbühnen-Aufführung von 1986 unterlegt. Die Teilnehmer haben festgestellt, dass das inhaltstiefe Epos Dreizehnlinden eine Botschaft besitzt, die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat: die Botschaft der Überwindung von Zwietracht und Gewalt durch Toleranz und Nächstenliebe.

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Ortsheimatpfleger Reinhard Koch übergab dem Pfarrgemeinderat als Dank für die Exkursion ein Weber-Bildnis mit dem Gedicht „Westfalenart". Beides ist zusammengefügt in einem Rahmen, der mit Holz von den alten Kirchenbänken gefertigt wurde. Auch Hermann Sömer, Vorsitzender der Friedrich-Wilhelm-Weber-Gesellschaft, bedankte sich beim Bökendorfer Pfarrgemeinderat mit einem Buchgeschenk für die Bemühungen zur Erhaltung und Verbreitung des Kulturgutes Dreizehnlinden.