Josef stammte aus dem Geschlecht König Davids und lebte als Zimmermann in Nazareth in Galiläa. Er war der Verlobte der Gottesmutter Maria. Als Maria schwanger wurde, wollte sich Josef in aller Stille von ihr trennen. Doch im Traum erschien ihm ein Engel, der ihn in das Geheimnis der göttlichen Empfängnis Mariens einweihte. Von diesem Tag an lebte das Paar in jungfräulicher Ehe. Auf dem Weg zur von Kaiser Augustus angeordneten Volkszählung gebar Maria in einem Stall nahe Bethlehem einen Sohn, dem Josef den Namen Jesus gab. Er floh mit Mutter und Kind vor den Häschern des Herodes nach Ägypten und kehrte erst nach Nazareth zurück, als er von Herodes’ Tod hörte.
Als Jesus zwölf Jahre alt war, pilgerte die heilige Familie zum Osterfest nach Jerusalem. Diese Begebenheit ist das letzte Mal, dass Josef in der Heiligen Schrift erwähnt wird. Man nimmt an, er sei zwischen der Pilgerreise und Jesu öffentlichem Wirken gestorben. Vorstellbar ist allerdings auch, dass er sich von da an immer im Hintergrund hielt und dass deswegen in den Evangelien nicht näher auf ihn eingegangen wird.

Josef gehört zu den meist verehrten Heiligen überhaupt. Im Orient begann seine Verehrung bereits sehr früh, die erste Erwähnung in einem Heiligenkalender des Abendlandes findet sich für Josef erst um 850. Große Kirchenpersönlichkeiten wie Bernhard von Clairvaux, Theresia von Avila oder Franz von Sales sowie insbesondere die Franziskaner förderten die liturgische und volkstümliche Verehrung des Nährvaters Jesu.

Warum der heilige Josef genau am 19. März gefeiert wird, ist nicht sicher. Vielleicht, weil dieses Datum nahe am Fest Mariä Verkündigung (25. März) liegt, oder weil bereits im alten Rom der 19. März als Fest der Göttin Minerva, der Schutzpatronin der Handwerker, begangen wurde.

Der Name "Josef" kommt aus dem Hebräischen und bedeutet "(Gott) möge hinzufügen". Von "Josef" gibt es die Verkleinerungsformen Sepp und Jupp. Darüber hinaus lassen sich die Namen Giuseppe, Joe, Joey und Jussuf auf "Josef" zurückführen. Josef wird dargestellt als Zimmermann mit seinen Geräten, mit Wanderstab, Jesuskind oder Lilie.

Papst Pius IX. erhob Josef im Jahre 1870 zum Patron der gesamten Kirche. Außerdem ist er Patron der nach ihm benannten Ordensgenossenschaften, Bruderschaften und Vereine, der Eheleute und der christlichen Familien, der Kinder, Jugendlichen, Jungfrauen, Waisen, Erzieher, Reisenden, Verbannten, Sterbenden, Arbeiter, Handwerker, Holzhauer, Ingenieure, Tischler, Totengräber, Wagner, Zimmerleute, in Wohnungsnot, in Versuchungen, verzweifelten Situationen, bei Augenleiden, der Keuschheit, für einen guten Tod. Der Hl. Josef ist auch Patron des Bökendorfer Seniorenhauses.

In der Pfarrkirche Bökendorf gibt es mehrere Darstellungen des Hl. Josef.

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Bild „Die Krönung Mariens“:
Im rechten Seitenschiff hängt im hinteren Teil dieses große Öl-Gemälde. Mittig oben wird die Krönung der Himmelskönigin Maria durch den dreifaltigen Gott dargestellt. Diese Szene wird beobachtet von unserem Kirchenpatron, den Hl. Johannes Nepomuk (links) und von dem Hl. Josef (rechts), Patron des gleichnamigen Seniorenhauses in unserer Gemeinde. Dieses Bild wurde offenbar speziell für unsere Gemeinde angefertigt. Im Bild ist nämlich auch die alte Kirche zu sehen, die unser Kirchenpatron auf der rechten Hand trägt. Die gemeinsame Darstellung auf einem Bild zeigt die große Bedeutung der beiden Patrone für unsere Gemeinde. Das Josefshaus ist seit Generationen ein Haus der Geborgenheit: früher ein Zufluchtsort für sozial schwache und arme Leute, für Kranke und für Kinder, heute für Senioren.

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Josef-Statue vom Hochaltar der alten Kirche
Wie schon bei dem o.g. Bild, waren Johannes Nepomuk und Josef auch beim Hochaltar in der alten Kirche zusammen dargestellt. Seit 2010 steht die Statue des Hl. Josef beim Treppenaufgang zur Sakristei. Die Geschichte von der Rückkehr dieser Statue in die Obhut der Kirchengemeinde nach 44 Jahren, können Sie im Archiv 2010 (Seite 39) nachlesen.

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Der Hochaltar der alten Kirche: links die Johannes-Nepomuk-Statue, mittig die Herz-Jesu-Statue und rechts die Statue des Hl. Josef.
Im Bild zu sehen ist Vikar Albert Tecklenburg bei der Spendung des Segens.
 
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Bild „Die Heilige Familie“ in der Messdiener-Sakristei

 

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Der Hl. Josef (links) im „Weihnachtsfenster“

 

Eckdaten zum Hl. Josef:
Gedenktag katholisch: 19. März
Geboren: in Nazareth, Datum nicht bekannt
Gestorben: Datum nicht bekannt

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Link anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon