Gegen ihren Willen musste Rita als junges Mädchen einen Mann heiraten, der sie äußerst grob behandelte. Rita ertrug die ständigen Demütigungen und die Grobheit ihres Gatten geduldig 18 Jahre lang, bis er durch die Hand von Mördern umkam. Die beiden Söhne des Ehepaars schworen Rache und ließen sich von diesem Plan nicht einmal durch die Beschwichtigungen ihrer Mutter abbringen. Da flehte Rita zu Gott, er möge ihre Söhne lieber zu sich rufen, als sie ihren Racheplan ausführen zu lassen. Innerhalb kürzester Zeit starben daraufhin beide Nachkommen.

Die erst 33-jährige Rita trat kurz darauf in das Augustinerinnen-Kloster in Cascia ein, wo sie ein Leben in Abtötung und Enthaltung verbrachte. Ihr Lohn waren mystische Gnadenbeweise: 15 Jahre vor ihrem Tod empfing sie die Wundmale der Dornenkrone auf ihrem Kopf. Kurz vor ihrem Tod in ihrer Zelle soll sie der Legende nach einen Verwandten gebeten haben, ihr eine Rose aus dem Garten des Klosters zu besorgen. Obwohl es tiefster Winter war, erfüllte der Verwandte den Auftrag und fand im Garten eine einzige, wunderschön blühende Rose.

Der Name "Rita" ist eine Kurzform des griechischen Namens "Margareta" ("die Perle"). Dargestellt wird die Hl. Rita von Cascia oft betend vor dem Kreuz, mit einer Wunde an der Stirn oder mit einer Rose Sie ist Patronin der Wursthersteller, Fürsprecherin in aussichtslosen Anliegen und Examensnöten und hilft gegen Pocken. Rita wurde 1627 von Papst Urban VIII. selig- und am 24. Mai 1900 von Papst Leo XIII. heiliggesprochen.

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In der Pfarrkirche Bökendorf ist die Hl. Rita auf einem Bild zu sehen, welches im Beichtzimmer hängt. Wie bereits erwähnt, wollte Rita als Augustiner-Eremitin ins Kloster in Cascia eintreten, wurde aber abgewiesen. Die Überlieferung berichtet, dass daraufhin Johannes der Täufer, Augustinus und Nikolaus von Tolentino in einer nächtlichen Vision der Rita erschienen und sie zur Klosterpforte führten, worauf sie dann eingelassen wurde. Auf dem Bild ist die Hl. Rita zusammen mit Augustinus und Nikolaus dargestellt; alle drei blicken zur Muttergottes Maria mit Jesus auf.

Die antike Tradition der Verehrung eines Himmelsgürtels lebt hier in der christlichen Verehrung des Mariengürtels fort. Das wird im Bild sehr deutlich: Maria ist mit einem schwarzen Ledergürtel umgürtet, dessen Ende von Augustinus, Rita und Nikolaus ehrfurchtsvoll, demütig und dankbar in den Händen gehalten wird. Insbesondere die Augustiner-Eremiten, zu denen Rita und Nikolaus zählen, pflegten die Verehrung der Schwarzgürtel-spendenden Madonna und trugen selbst einen schwarzen Ledergürtel.

Eckdaten zur Hl. Rita von Cascia:
Gedenktag katholisch: 22. Mai
Geboren: vor 1370 in Roccaporena bei Cascia in Umbrien, Italien
Gestorben: 20.05.1447 in Cascia, Italien

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Links anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon