Über die Herkunft des Liborius geben die Quellen keinen Aufschluss. Sicher ist, dass er im Jahr 348 der zweite Bischof von Le Mans wurde. Er ließ Kirchen und Klöster erbauen, förderte den Glauben in seiner Diözese und half den Kranken. P1030652 2 Auch Wunderheilungen werden ihm zugeschrieben. Eine Freundschaft verband Liborius mit dem heiligen Martin von Tours, der ihn in Le Mans besuchte und nach seinem Tod auch bestattete.

Im Jahr 836 übergab Bischof Aldrich von Le Mans die Reliquien des Liborius den Boten des Paderborner Bischofs Badurad und schloss so eine Verbindung zwischen den beiden Diözesen, die noch heute Bestand hat. Der Legende nach flog ein Pfau der Prozession nach Paderborn voran und wies ihr so den Weg. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Gebeine des Heiligen zwar aus dem Paderborner Dom gestohlen, wenige Tage später aber wieder zurückgegeben.

In den Bistümern Essen und vor allem Paderborn begeht man das Fest des Heiligen nicht an seinem Todestag im Juni, sondern am 23. Juli. Man geht davon aus, dass an diesem Datum der Schrein mit den Gebeinen des Liborius nach Paderborn übertragen wurde.

Das Libori-Fest in Paderborn ist eines der größten Volksfeste in Nordrhein-Westfalen. Ein weiterer Festtag, genannt "Klein-Libori", ist der 25. Oktober. An diesem Tag des Jahres 1627 wurden die Reliquien nach dem Raub wieder in den Dom zurückgebracht.

"Liborius" ist eine Ableitung des lateinischen Wortes "liber" und bedeutet deshalb "der Freie". Der Hl. Liborius wird als Bischof mit Buch und drei darauf liegenden Steinen sowie mit einem Pfau dargestellt. Er ist Patron des Erzbistums Paderborn, gegen Steinleiden, Koliken, Wassersucht und Fieber.

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In der Bökendorfer Kirche ist der Patron unseres Erzbistums in einem der großen Kirchenfenster dargestellt. Das Kirchenfenster führt uns in die Zeit der Gründung unserer Erzdiözese und soll uns bekannt machen mit dem Hl. Badurat (+862, zweiter Bischof von Paderborn; von ihm wurden die Liborius–Reliquien im Paderborner Dom untergebracht) und mit dem Hl. Meinolfus (+857). Meinolfus war das Patenkind von Karl dem Großen und wurde in Paderborn erzogen und ausgebildet. Meinolfus war Stifter des Klosters Böddeken und holte im Jahr 836 die Gebeine des Hl. Liborius aus Le Mans nach Paderborn. Der Hl. Liborius (+397) ist der Patron unserer Erzdiözese und ist mittig im Fenster dargestellt. Gut zu erkennen sind auch der Paderborner Dom, der Liboriusschrein und die Pfauen-Feder.
Das Fenster erinnert an die über elfhundertjährigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Paderborn und Le Mans wie auch an die Verbindung zwischen Corbie und Corvey. Wir können auch an den Freundschaftsvertrag zwischen Deutschland und Frankreich vom 22.01.1963 denken – zu dieser Zeit befand sich die Bökendorfer Kirche im Bau.
Am Fuße der Bökendorfer Kirchenfenster stehen Strophen aus dem Epos „Dreizehnlinden“ von Friedrich Wilhelm Weber. Die Strophe in diesem Fenster lautet: „Denn von seiner Dornenkrone geht ein wunderbares Scheinen durch die Welt, das alle Völker muss durchleuchten und vereinen.“

Anmerkung am Rande: Vielen ist die Kirchenzeitung des Erzbistums Paderborn –„Der Dom“- sicherlich bekannt und ein Begriff. Die Beilage nennt sich „Dom-Magazin“. Im Juli 2014 zeigte die Titelseite der Libori-Ausgabe dieses Magazins einen Ausschnitt des Bökendorfer Kirchenfensters und machte so „unseren“ Liborius im ganzen Bistum bekannt.

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Eckdaten zum Hl. Liborius:
Gedenktag: Hochfest im Erzbistum Paderborn am 23. Juli
Geboren: im 4. Jahrhundert, vermutlich in Frankreich
Gestorben:9. Juni 397 in Le Mans (Frankreich)

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Links anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon
Link: Erzbistum Paderborn (Liborius: Informationen zum Paderborner Bistumspatron)