Das Leben der heiligen Katharina von Alexandria ist hauptsächlich durch Legenden überliefert. Sie berichten, die Heilige habe am Anfang des 4. Jahrhunderts als Tochter des Königs Costus in Alexandria gelebt. Obschon viele Edelleute um ihre Gunst buhlten, wies sie in übermäßigem Stolz jeden einzelnen von ihnen ab. Dieser Stolz war ihre schlechteste Eigenschaft, denn den Legenden nach war sie nicht nur reich und schön, sondern auch äußerst intelligent und hoch gebildet.

Eines Tages eröffnete ihr ein greiser Eremit, mit dem sie zufällig zusammen getroffen war, Jesus Christus sei ihr wahrer Bräutigam. Je mehr das Mädchen darüber nachdachte, desto mehr interessierte sie sich für das Christentum und die Frohe Botschaft. Sie bereute ihren früheren Hochmut und ging zu einem Priester, um die Taufe zu empfangen.

Bald darauf sollte im Beisein des Kaisers Maxentius in Alexandria ein Fest zu Ehren der heidnischen Götzen gefeiert werden. Als Katharina dort erschien, erklärte sie dem Kaiser feierlich, dass sie seine Abgötter nicht verehren, sondern Christus folgen werde. Maxentius ließ daraufhin aus allen Teilen des Landes 50 Schriftgelehrte kommen, die die junge Königstochter von ihrem Irrglauben überzeugen sollten. Katharina jedoch drehte, salopp gesagt, den Spieß um: Als es zum Disput über die Fragen der Götterverehrung kam, nahm sie mit ihrer Rede die 50 Gelehrten derart für sich ein, dass diese ihrer Argumentation nicht nur keine Argumente entgegenzusetzen hatten, sondern sogar selbst den Glauben der wortgewandten jungen Frau annahmen und sich christlich taufen ließen.
Dies erzürnte den Kaiser nur noch mehr, und er ließ alle 50 Weisen töten. Katharina jedoch stand ihnen in den schweren Stunden des Leidens bei. Sie selbst sollte als letzte grausame Marterqualen erleiden. Sie wurde ausgepeitscht, doch am nächsten Tag waren ihre Wunden verheilt. Sie wurde ohne Nahrung eingesperrt, doch schien keinen Hunger zu leiden. Als schließlich auch noch das Rad zerbrach, auf dem sie gerädert werden sollte, befahl Maxentius, die immer wieder wundersam Gerettete zu enthaupten.

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Wo Katharina begraben wurde, ist unbekannt. Später sollen jedoch am Berg Sinai Reliquien der Märtyrerin gefunden worden sein. Die Legende besagt, der Leichnam der Heiligen sei von Engeln an diesen Ort getragen worden, an dem sich seit dem 6. Jahrhundert das berühmte Katharinenkloster befindet.

Zahlreiche Bräuche haben sich bis auf den heutigen Tag am Fest Katharinas erhalten. Früher endete die Weidezeit des Viehs am heutigen Tag, gleichzeitig begann man mit dem Scheren der Schafe. Katharina zählt zu den 14 Nothelfern.

Der Name "Katharina" ist griechisch und heißt "die allzeit Reine". Von "Katharina" lassen sich die folgenden Namen ableiten: Käthe, Katja, Kati, Katy, Katina, Katrin, Karin, Kathryn, Catherine. Katharina wird dargestellt als Königstochter mit Krone, Kreuz, Palme, Buch, Schwert und Rad. Sie ist Patronin der Mädchen, Jungfrauen und Ehefrauen, der Lehrer, Studenten und Schüler, der Theologen und Philosophen, der Redner, der Universitäten und Bibliotheken, der Buchdrucker, Spinnerinnen, Tuchhändler, Gerber, Schuhmacher, Wagner, Müller, Friseure, Schiffer, der Anwälte und Notare, bei Migräne und Krankheiten der Zunge, sowie zum Auffinden Ertrunkener.

In der Pfarrkirche Bökendorf zeigt ein Gemälde die Enthauptung der Hl. Katharina von Alexandrien.

Eckdaten zur Hl. Katharina von Alexandria:
Gedenktag katholisch: 25. November
Geboren: im 3. Jahrhundert
Gestorben: um 307 in Alexandria in Ägypten

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Link anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon