Joachim und Anna waren die Eltern Mariens. Dem Jakobus-Evangelium, das allerdings nicht zu den kirchlich anerkannten Evangelien zählt, berichtet, Joachim sei ein älterer Priester gewesen, der mit seiner Frau Anna in Jerusalem gelebt habe. Eines Tages habe ein Oberpriester ein Opfer des Joachim zurückgewiesen, da dieser trotz 20 Jahren Ehe kinderlos geblieben war. Kurz darauf sei dem Joachim während der Arbeit auf dem Feld ein Engel erschienen, der die Geburt eines Kindes angekündigt habe. Bald darauf gebar Anna die Maria.

Der Name "Anna" ist" hebräisch und bedeutet "die Begnadete". Anna wird oft im Matronengewand mit einem Buch und der jungen Maria dargestellt. Ebenso gibt es viele „Anna Selbdritt“-Darstellungen, also Darstellungen der Hl. Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind. Anna ist Patronin für eine glückliche Heirat, der Ehe, um Kindersegen und glückliche Geburt, der Mütter, Witwen, Armen, Arbeiterinnen, Hausfrauen, Hausangestellten, Müller, Krämer, Kunsttischler, Drechsler, Weber, Schiffer, Bergleute und der Feuerwehr.

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In der Pfarrkirche Bökendorf gibt es eine holzgeschnitzte Mutter-Anna-Statue (mit Maria). Diese Statue war ein Geschenk von Pfarrer Wilhelm Koch zum Jubiläumsfest „50 Jahre ‚neue‘ Pfarrkirche“ im Jahr 2015. Die Statue ließ er sogleich von Weihbischof Matthias König segnen, der aus Anlass des Jubiläums ein Pontifikalamt zelebrierte. Somit bekam die Bökendorfer Kirche erstmals eine solche Statue, denn beim Umzug in die neue Kirche wurden seinerzeit nur die Holzfiguren mitgenommen; die St.-Anna-Statue aus der alten Kirche war aus Gips und wurde (leider) zerschlagen.

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Ebenso gibt es in Bökendorf eine St.-Anna-Glocke, die unbenutzt im Kirchturm steht. Sie passt vom Ton her nicht zum Geläut der neu angeschafften Glocken von 1962. Die kleine St-Anna-Glocke kam nach dem 2. Weltkrieg in den Besitz der Gemeinde als Ersatz für die zuvor abgelieferten Glocken, die für Kriegszwecke eingeschmolzen worden waren. Die Glocke trägt die Jahreszahl „1616“ und ist somit wohl eines der ältesten Gegenstände in Bökendorf. Woher die Glocke stammt, ist unbekannt.

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Die Annenverehrung in hiesiger Gegend ist von großer Bedeutung. Bereits seit vielen hundert Jahren beten die Menschen in der Brakeler Region zur Hl. Mutter Anna und bringen ihre Bitten vor.

Eckdaten zur Hl. Anna:
Gedenktag katholisch: 26. Juli
Gelebt im 1. Jahrhundert vor Christus

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Links anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon
Link: Annenverehrung in Brakel
Link: Bericht vom Jubiläumsfest 2015