Elmar von Lüttich war Missionsbischof. Als Missionar wirkte er um 700(?) bei den Wallonen im heutigen Belgien. Doch in der Schar der Heiligen strahlt der Glorienschein des heiligen Elmar nur recht matt, denn über Leben und Taten des frommen Mannes ist kaum etwas aktenkundig geworden oder geblieben.

In der Pfarrkirche Bökendorf ist eine der drei Kirchenglocken dem Hl. Elmar gewidmet. Doch wieso wird in Bökendorf etwas diesem recht unbekannten Heiligen geweiht? Im Sommer 1962, als die beiden Türme fertig waren (allerdings ohne Dach und die Sandsteinrippen), wurden drei neue Glocken beim Bochumer Verein bestellt. Am 09.09.1962 konnten die neuen Glocken einweiht werden auf die Namen St. Johannes von Nepomuk, St. Elmar und St. Hildegunde. Die beiden letztgenannten Glocken „sollen uns stets an das inhaltstiefe Epos Dreizehnlinden erinnern“ (Zitat Kirchenchronik).

039 Elmarglocke

Der Bauherr der Kirche, Vikar Albert Tecklenburg, liebte das Epos „Dreizehnlinden“ von Friedrich Wilhelm Weber und schuf mit der Widmung eine Verbindung zu den fiktiven Hauptpersonen des Epos‘, deren (Liebes-)Geschichte allerdings vor dem realen Hintergrund der mittelalterlichen und regionalen Sachsenmission spielt.

Die Elmar-Glocke hat den Schlagton „fis“ und ein Gewicht von 664 kg. Von großer, abgerundeter Fülle ist der Schlagton dieser Glocke, von belebender Kraft der schöne Primton, stabil und ohne Schwanken summt die Unteroktav, stetig und betont ist das helle Singen der Terz. Verhaltene Festesfreude ist aus dem ganz ausgezeichneten Glockenklang herauszuhören (Auszug aus dem Glockengutachten von 1962).

Die drei Glocken sind auf das Tonmotiv „Te Deum“ gestimmt. Am 19.10.1962 läuteten die Glocken zum ersten Mal elektrisch. Die Freude war groß, allen gefiel der kräftige und harmonische Klang.

In Bökendorf sowie in vielen weiteren Orten mit einem Bezug zum Dichterarzt Friedrich Wilhelm Weber gibt es eine „Elmarstraße“, meist in Kombination mit einer „Hildegundestraße“. Allerdings zielen diese Widmungen ausschließlich auf die Hauptpersonen des Epos ‚Dreizehnlinden‘ ab.

Eckdaten zum Hl. Elmar:
Gedenktag katholisch: 28. August
Lebte im 7./8. Jahrhundert in der Gegend um Lüttich

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Link anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon