Seit vielen Jahrhunderten wird das Fest von „Peter und Paul“ gemeinsam gefeiert und daher werden diese beiden hier auch gemeinsam vorgestellt und nicht getrennt.

"Du bist Petrus, der Fels, auf den ich meine Kirche bauen werde." Mit diesen Worten machte Jesus den einfachen Fischer aus Kafarnaum am See Genezareth zu seinem wichtigsten Gefolgsmann. Er war der Sprecher und Anführer der Apostel, und gehörte gemeinsam mit Jakobus und Johannes zu den engsten Vertrauten Jesu. So war er zum Beispiel gemeinsam mit ihnen Zeuge der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor.

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Der Apostel Petrus war beim letzten Abendmahl mit dabei

Als Fischer war Petrus er ein praktisch veranlagter Mensch, jedoch nicht frei von Jähzorn. Dies zeigte sich, als er bei der Gefangennahme Jesu dem Diener des Hohepriesters ein Ohr abschlug. Kurz darauf verleugnete er Jesus drei Mal, was für ihn eine tiefe Schmach darstellte.

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Darstellung des Pfingstereignisses am Ständer der Osterkerze

Auch nach der Auferstehung und den Pfingstereignissen war Petrus der Kopf der jungen Christengemeinde in Jerusalem. Später ging er nach Antiochien und Kleinasien, um dort zu missionieren. In dieser Zeit wurde er in Jerusalem von Jakobus vertreten. Schließlich reiste er nach Rom, um auch dort den Glauben zu verkünden. Dort fiel er der Christenverfolgung des Kaisers Nero zum Opfer, der ihn, vermutlich in seinen Gärten unweit des heutigen Vatikan, kreuzigen ließ. Die Überlieferung sagt, dass Petrus auf eigenen Wunsch mit dem Kopf nach unten hängend ans Kreuz geschlagen wurde.

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Bild in der Pfarrkirche Bökendorf: "Der Tod des hl. Petrus'"

Über die Grabstätte Petri baute man im Mittelalter den ersten Petersdom, der im 16. Jahrhundert in der uns heute bekannten Form neu gebaut wurde.

Petrus wird in unseren Breiten oft als "Wetterheiliger" verehrt, der im Himmel thront. Dies basiert auf der Vorstellung, dass der Heilige am Himmelstor die Geschicke auf Erden überblickt. Jesus selbst hatte ja zu Petrus gesagt: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben."

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Apostelleuchter mit namentlicher Zuordnung

Der Name "Petrus" ist griechisch und heißt "der Fels". Von "Petrus" lassen sich folgende Namen ableiten: Peter, Peer, Pedro, Perez, Perino, Piet, Pieter, Pit, Pitter. Petrus wird dargestellt als Apostel oder Papst mit Schlüssel, Buch, Hahn, Fisch, Kreuz oder kopfüber gekreuzigt.

Petrus ist Patron der Päpste, des Bistums Osnabrück, der Metzger, Glaser, Schreiner, Uhrmacher, Schlosser, Schmiede, Bleigießer, Töpfer, Maurer, Ziegelbrenner, Brückenbauer, Steinhauer, Netzmacher, Tuchweber, Walker, Fischer, Fischhändler, Schiffer, Schiffbrüchigen, Büße, Beichtenden, Jungfrauen, gegen Schlangenbisse, Fieber, Tollwut, Besessenheit, Fußleiden und Diebstahl.

 

Paulus, der aus Tarsos stammte und von seinen Eltern das römische Bürgerrecht geerbt hatte, hieß ursprünglich Saulus. Er war ein frommer Jude, der in der neuen Bewegung mit ihrem gekreuzigten Messias einen Affront gegen die religiösen Überzeugungen des ganzen Volkes sah. Das machte ihn zu einem fanatischen Christenverfolger, der in ganz Judäa gefürchtet war. Als er auf dem Weg nach Damaskus war, um dort eine groß angelegte Verfolgungsaktion durchzuführen, da erschien ihm vor den Toren der Stadt der Gekreuzigte und bekehrte ihn. Vollkommen überwältigt von dieser Erscheinung sank Paulus, wie er von nun an hieß, zu Boden und konnte nicht mehr sehen, bis ihn in Damaskus ein Jünger des Herrn heilte und ihm anschließend die Taufe spendete.

Paulus reiste fortan als Missionar durch den ganzen Mittelmeerraum. Mit den Gemeinden, die er besuchte oder neu gründete, hielt er durch Briefe Kontakt, die uns heute noch im Neuen Testament überliefert sind. Innerhalb der Kirche setzte sich Paulus beim ersten Konzil in Jerusalem dafür ein, dass auch Menschen getauft werden durften, die zuvor keine Juden waren.

Um das Jahr 61 kam Paulus nach Rom, möglicherweise in Gefangenschaft. Er musste bald vor Kaiser Nero Rechnung über sein Wirken ablegen. Der Legende nach traten Petrus und Paulus gemeinsam dem Tyrannen entgegen. Nero verurteilte auch Paulus zum Tode. Da er römischer Bürger war, wurde Paulus nicht ans Kreuz geschlagen, sondern enthauptet. An den Stellen, an denen nach der Hinrichtung sein abgeschlagener Kopf aufschlug, sollen drei Quellen entsprungen sein. Über diesem Ort steht deshalb heute die Kirche zu den drei Quellen (San Paolo alle Tre Fontane). Die Reliquien des Apostels Paulus befinden sich in der Kirche San Paolo fuori le mura in Rom.

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Als Besonderheit gibt es in der Pfarrkirche Bökendorf einen 13. Apostelleuchter, der dem Hl. Paulus gewidmet ist. Allerdings ist bei diesem Leuchter keine "Salbstelle", die an den Tag der Kirchweihe erinnert. 

Paulus gehört nicht zum Kreis der „Zwölf Apostel“. Hierzu zählen jene, die Jesus zu Lebzeiten gefolgt sind und das war bei Paulus ja nicht der Fall. Nichtsdestotrotz wird Paulus auch als „Apostel“ bezeichnet, denn im wörtlichen Sinne bedeutet es „Gesandter“, was er wiederum war.

"Paulus" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "der Kleine, Demütige". Von "Paulus" gibt es folgende Ableitungen: Paolo, Pablo, Pal, Pavel.

Paulus wird dargestellt als Apostel mit Buch und Schwert. Er ist Patron der Weber, Teppichweber, Sattler, Seiler, Korbmacher, Zeltwirker, Arbeiterinnen, Theologen, Seelsorger, gegen Krämpfe und Ohrenleiden, Blitz und Hagel, Schlangenbisse, für Regen und eine fruchtbare Ernte.

Eckdaten zum Hl. Petrus:
Gedenktag katholisch: 29. Juni
Geboren: um Christi Geburt in Betsaida (Galiläa
Gestorben: 64 oder 76 in Rom

Eckdaten zum Hl. Paulus:
Gedenktag katholisch: 29. Juni
Geboren: um 5 nach Christi Geburt in Tarsos (Türkei),
Gestorben: 67 in Rom.

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Links anklicken):
Link zu Petrus: Ökumenisches Heiligenlexikon
Link zu Paulus: Ökumenisches Heiligenlexikon