Als "Offizier Gottes" wird der Gründer des Jesuiten-Ordens zuweilen bezeichnet, und in der Tat war Ignatius von Loyola, ein Mann aus vornehmem baskischen Hause, ein Soldat gewesen, ehe er sein Leben radikal änderte.
Das war im Jahre 1521, als Ignatius mit seinem Heer die Stadt Pamplona gegen die Franzosen verteidigte. Durch eine Kanonenkugel, die sein Bein durchschlagen hatte, war er stark verletzt worden und musste Monate lang das Bett hüten. Nach einiger Zeit griff er, eher aus Zufall, zu religiöser Literatur. Die unterhaltsamen Bücher hatte er schlicht und einfach alle schon gelesen. Besonders die "Vita Christi" des Kartäusers Rudolf von Sachsen und die "Legenda Sanctorum" von Jacobus Voragine beeindruckten den jungen Offizier derart, dass er in sich ging und sich vornahm, sein Leben nach dem Gesundwerden zu ändern.
Hatte er vorher das flotte Leben eines Soldaten mit Raufereien, Saufgelagen und Frauengeschichten geführt, so zog er sich nun zunächst in die Stille des Einsiedlertums zurück. In der Nähe des Wallfahrtsortes Montserrat bei Barcelona ließ er sich nieder und hatte dort seine ersten Visionen. Später erkannte er, dass er etwas für seine Bildung tun müsse, und ging zum Studium nach Paris.
Hier traf er auf sechs Gleichgesinnte, die mit ihm zusammen am 15. August 1534 in der Marienkapelle am Montmartre das Gelübde der lebenslangen Armut und Keuschheit ablegten. Dies war die Keimzelle der "Gesellschaft Jesu". Ursprünglich wollten die Männer als Missionare ins Heilige Land ziehen. Als sich dieser Plan wegen drohender Kriegsgefahr nicht verwirklichen ließ, reisten sie nach Rom, um dort beim Papst für eine Anerkennung ihrer Gemeinschaft zu werben, die im Jahre 1540 auch erteilt wurde.
Zehn Jahre später hatte Ignatius, der zum ersten Ordensgeneral der Jesuiten bestimmt worden war, die Ordenssatzung fertig gestellt. Die üblichen Gelübde Armut, Gehorsam, Keuschheit hatte er um ein viertes ergänzt: absoluter Gehorsam gegenüber dem Papst.
Der neu gegründete Orden breitete sich bald in alle Welt aus. Eine Unterscheidung gegenüber vielen anderen Orden war, dass die Jesuiten weder ihr Leben an einem festen Ort verbrachten, noch einen festgelegten Habit trugen, wiewohl es ein Jesuitengewand gab. Auch auf ein festes gemeinsames Chorgebet aller Mitglieder an einem Ort verzichtete Ignatius in seiner Ordenssatzung. Vielmehr kam es ihm auf die Selbstheiligung der Mitbrüder im Gebet und ihre unermüdliche Verkündigung unter den Menschen an. Deswegen findet man auch heute noch die Mitglieder des Jesuitenordens in allen Schichten und Altersgruppen und an den verschiedensten Orten seelsorgerisch tätig.

Besonders bei Krankheiten wie der Pest, war man früher von der heilenden Kraft des "Ignatius-Wassers" überzeugt. Das Wasser wurde dadurch geheiligt, indem man ein Gebet zu Ignatius sprach und gleichzeitig eine Reliquie oder eine Medaille mit dem Bild des Heiligen eingetaucht wurde.

„Ignatius" ist ein lateinischer Name, der "der Feurige" bedeutet. Die Kurzform "Ignaz" ist vor allem in Süddeutschland gebräuchlich. Der Hl. Ignatius wird dargestellt im Jesuitengewand oder Messornat, mit Jesuszeichen (IHS), Kreuz oder Buch, Fackel oder flammendem Herzen. Er ist Patron der Jesuiten, der Exerzitien und Exerzitienhäuser, der Kinder, der Schwangeren, bei schweren Geburten, gegen die Pest, gegen Fieber, gegen Gewissensbisse, gegen Viehkrankheiten.

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In der Pfarrkirche Bökendorf ist der Hl. Ignatius von Loyola in zeitgenössischer Rüstung als junger Militär zu sehen. Auf dem Bild mit dabei ist die Muttergottes Maria mit dem Jesuskind.

Eckdaten zum Hl. Ignatius von Loyola :
Gedenktag katholisch: 31. Juli
Geboren:31. Mai 1491 in Loyola (Spanien)
Gestorben: 31. Juli 1556 in Rom

Leben, Bedeutung und Verehrung (bitte Links anklicken):
Link: Ökumenisches Heiligenlexikon
Link: Jesuiten in Deutschland