Eines von unseren zehn großen Kirchenfenstern ist unserem Kirchenpatron gewidmet. Im letzten Fenster auf der rechten Seite sehen wir den Hl. Johannes Nepomuk, der im Jahre 1393 als Märtyrer in Prag gestorben ist.

Vor der Prager Stadtsilhouette wird er umrahmt vom grausamen König Wenzel und einem Soldaten. Der König wollte von Johannes Nepomuk wissen, was seine Frau gebeichtet hatte. Aber Johannes Nepomuk schweigt beharrlich und bricht das Beichtgeheimnis nicht. Als Zeichen der Verschwiegenheit sehen wir im Fensterbild, dass er seinen Zeigefinger über den Mund hält.

König Wenzel vergreift sich an dem Priester und Generalvikar, peinigt ihn und lässt ihn dann von der Karlsbrücke (die auch im Fenster zu sehen ist) in die Moldau werfen, weil er die Rechte der Kirche verteidigte und dem König zurief wie einst Johannes der Täufer: „Es ist Dir nicht erlaubt!"

Nepomuk Fenster ganz

Am Fuße der Fenster steht jeweils eine Strophe aus dem Versepos „Dreizehnlinden" von Friedrich Wilhelm Weber, die an den „Lobgesang der drei Jünglinge im Feuerofen" oder an andere Lobepsalmen erinnern. Die Strophe im Johannes-Nepomuk-Fenster ist  die 24. Strophe aus dem Kapitel „Des Priors Lehrsprüche" und sie lautet:

„Weise Tugend schweigt und trauert,
will sie weinen, will sie klagen,
wandert sie in Kerkergrüfte,
oder wird ans Kreuz geschlagen."

Alle Bökendorfer Kirchenfenster (sowie die Fenster unserer Friedhofskapelle) sind vom international bekannten Glaskünstler Richard Süßmuth (1900-1974) aus dem hessischen Immenhausen kunstvoll und farbenprächtig gestaltet und haben seit ihrer Fertigstellung nichts von ihrer Farbintensität verloren.