Das Jahr beginnt am 1. Januar und endet am 31. Dezember. Innerhalb dieses Jahres wechseln sich die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter ab. Im Gegensatz dazu beginnt das Kirchenjahr am 1. Advent und endet an Christkönig. Es kennt keine Einteilung in Monate und Jahreszeiten, sondern ist ein alljährlich wiederkehrender Kreislauf von Festen. In ihrem Mittelpunkt stehen:

 

  • das Leben Jesu
  • seine Botschaft von Gott
  • die Menschen, die Jesus nachfolgten und auf sein Wort hörten
  • die Vorbereitungszeiten auf die großen Feste Weihnachten und Ostern.


Mit vielen Festen verbunden ist mehr oder weniger altes Brauchtum. Die meisten Feste feiern katholische und evangelische Christen gemeinsam, manche werden anders genannt (z. B. Dreikönige = kath., Epiphanias = ev.; Christkönig = kath., Ewigkeitssonntag = ev.), manche werden nur in einer Konfession gefeiert (z. B. Fronleichnam = kath., Reformationstag = ev.).


Auch die Farben weiß, violett, rot, und grün spielen im Kirchenjahr eine Rolle. Jedem Fest ist eine Farbe zugeordnet und der Priester trägt ein Gewand in der entsprechenden Farbe. So wird deutlich, welche Stimmung mit dieser Zeit verbunden ist.


Weiß
Ostern, Weihnachten und das Dreifaltigkeitsfest sind die Feste der Freude. Die weiße Farbe ist das Symbol für das Licht und die Herrlichkeit, die Jesus Christus in das Leben der Menschen gebracht hat.


Violett
Der Advent sowie die Fastenzeit vor Ostern sind Zeiten der Vorbereitung auf die hohen Feste. Zugleich sind es Zeiten der Stille und des Nachdenkens.


Rot
Das Pfingstfest, die Leiden Jesu Christi und die Gedenktage der Kirchen sind die Farben des Pfingstfeuers. Es ist das Feuer und die Kraft des Heiligen Geistes. Das Rot steht aber auch für das Blut Jesu Christi, das er vergossen hat sowie für das Blut der Märtyrer.


Grün
Die Farbe Grün als Zeichen der Hoffnung, des Wachsens und des Reifens finden wir im christlichen Kirchenjahr am häufigsten. Das Erntedankfest und die Sonntage im Jahreskreis stehen ganz im Zeichen der grünen Farbe.


Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen Informationen zu den Festen des Kirchenjahres.
Einige dieser jahreszeitlichen Feste haben für einzelne Gemeinden unseres Pastoralen Raumes eine wichtige Bedeutung und werden daher in besonderer Weise gefeiert. An diese Stellen haben wir einen Link zu der entsprechenden Gemeinde gesetzt, so dass Sie sich auch darüber informieren und an diesen Feiern teilnehmen können.

 

Advent (lat. adventus „Ankunft"), eigentlich Adventus Domini (lat. „Ankunft des Herrn") bezeichnet die Jahreszeit der Vorbereitung auf das Hochfest der Geburt von Jesus von Nazaret, Weihnachten. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen.
Mit dem ersten Adventssonntag beginnt auch das neue Kirchenjahr. Früher war der Advent eine zweite Fastenzeit, die am Martinstag (11.11.) begann und Weihnachten endete. Erst im 16. Jahrhundert wurde unter Papst Pius V. die jetzige Adventszeit für die ganze Kirche festgelegt.
An jedem ersten Advent findet in Brakel der Chilebasar statt. Hier verkaufen die Kommunionkinder aller Gemeinden selbstgebastelte Dinge und spenden das Geld Schwester Karoline, die sich in Chile und Bolivien um die Menschen in den Slums kümmert. So wollen die Kinder zeigen, dass alle Menschen der Erde zusammen gehören und daher zusammen halten und füreinander einstehen müssen. Sie wollen selbst ein Licht anzünden für andere.
Licht ist ein wichtiges Symbol im Advent, dem wir immer wieder begegnen:
Da ist zunächst einmal der Adventskranz. Er geht auf den evangelischen Pfarrer Johann Heinrich Wiechern zurück, der das Rauhe Haus (ein Waisenhaus) in Hamburg gründete. Ursprünglich bestand er aus einem Kranz mit 24 Kerzen, wobei täglich eine Kerze mehr angezündet wurde.
Die einzelnen Teile des Adventskranzes haben jedes für sich ihre Bedeutung: So wie Jesus ohne Anfang und Ende ist, ist auch der Kranz ohne Anfang und Ende. Die immergrünen Zweige deuten mitten im Dunkel auf neues Leben hin. Die Kerzen weisen auf Jesus hin, der das Leben der Menschen hell macht und von sich selbst sagte: „Ich bin das Licht der Welt." Die Farbe Rot ist ein Zeichen dafür, dass Jesus sein Blut für die Menschen vergossen hat. Daher sind traditionell viele Kerzen und Schleifen am Adventskranz rot. Sie können aber auch violett sein. Die Farbe violett entsteht, wenn man das Rot (Farbe der Liebe) mit Blau mischt und es so verdunkelt. Es ist die Farbe der Umkehr, die Erinnerung daran, dass Menschen füreinander da sein sollen.
Auch die Wurzel ist ein wichtiges Symbol der Adventszeit. Sie wird oft statt eines Kranzes benutzt und erinnert an die „Wurzel Jesse" wie der Stammbaum Jesu genannt wird. In dem Wurzelwerk sitzt Jesse, der Vater Davids. Entsprechend der alttestamentlichen Vision des Propheten Jesaja (Jes 11,1-10) wird aus dem Reis, das aus der Wurzel Isais = Jesse aufgehen wird, der Messias erwachsen. Sie wird ebenso wie der Kranz durch grüne Zweige, Kerzen und Band geschmückt (s.o.).
Vor etwa 100 Jahren (1908) wurde der erste Adventskalender gedruckt und verkauft. Der Geschichte nach geht er darauf zurück, dass Gerhard Lang es nicht mehr aushielt bis es endlich Weihnachten wurde. Deshalb bastelte ihm seine Mutter einen Kalender mit Nummern und Lebkuchen, von denen er sich täglich einen abschneiden konnte. Als Erwachsener erinnerte er sich daran und erfand den ersten gedruckten Adventskalender. Heute gibt es neben den Kalendern mit religiösen Inhalten (z. B. „Essener Adventskalender") und Geschichten Kalender mit Süßigkeiten und Spielsachen. Sie sind vor allem für die Kinder gedacht.
In manchen Orten gibt es auch einen lebendigen Kalender, d. h. an jedem Tag oder doch zumindest an jedem Sonntag schmückt eine andere Familie oder Einrichtung ein Fenster als Kläppchen des Adventskalenders. Dies ist auch in einigen Orten unseres Pastoralverbundes der Fall: In Bökendorf wird an jedem Adventssonntag ein neues Kläppchen geöffnet und in Brakel täglich. Jeder ist herzlich willkommen mit dabei zu sein – als Ausrichter und als Besucher. In der Regel werden dann Geschichten erzählt, es wird gesungen, gegessen (Plätzchen) und getrunken. Die aktuellen Termine finden Sie in der Zeitung, im Pfarrbrief, auf einem Flyer oder im Kinderpfarrbrief.

Desweiteren finden in vielen Orten unseres Pastoralen Raumes Früh- oder Spätschichten statt. Das sind entweder besonders früh am Morgen oder spät am Abend stattfindende Gottesdienste, die oft mit einem anschließenden Frühstück oder gemeinsamen Tagesausklang verbunden sind. Die genauen termine und Zeiten können Sie den Pfarrbriefen entnehmen.

Barbara ist im eigentlichen Sinne kein Adventsfeiertag, sondern ein Heiligengedenktag, der am 4. Dezember, ihrem Todestag begangen wird. Übersetzt heißt Barbara „die Fremde". Sie lebte um das Jahr 300 zur Zeit der Christenverfolgungen in Kleinasien, wurde Christin und starb eines gewaltsamen Todes. Folgende Legende ist besonders bekannt und prägt die Traditionen bis heute:
Barbara war die Tochter des reichen Kaufmannes Dioskurus, der die Christen hasste und verfolgen ließ. Als er eine lange Reise unternehmen musste, ließ er seine Tochter in einen Turm mit zwei Fenstern einschließen, damit niemand sie beeinflussen konnte. Nach seiner Rückkehr war ein drittes Fenster im Turm vorhanden. Was war geschehen? Barbara war inzwischen Christin geworden und hatte sich taufen lassen. Das dritte Fenster ließ sie als Zeichen für den dreifaltigen Gott anbringen. Der Vater war wütend, ließ seine Tochter vor einen Richter bringen, damit der sie richte. Auf dem Weg zum Gefängnis verfing sich ein Zweig von einem Busch in ihrem Rock. Diesen stellte sie in ihrer Zelle ins Wasser. Als sie Tage später wegen ihres Glaubens vom eigenen Vater enthauptet wurde, blühte der Zweig – ein Zeichen für den Glauben der Christen an die Auferstehung, an neues Leben.
Noch heute schneidet man am 4. Dezember Apfel- oder Kirschbaumzweige ab und stellt sie ins Wasser, damit sie Weihnachten blühen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass niemand Angst vor dem Tod haben muss, weil ihm danach eine neue Zukunft „blüht".
Barbara ist die Schutzpatronin der Sterbenden, der Bergleute, Baumeister, Turmwächter, Feuerwehrleute (neben Florian), Glockengießer, Glöckner und Artilleristen, sie gilt als eine der 14 Nothelfer.

Nikolaus ist im eigentlichen Sinne kein Adventsfeiertag, sondern ein Heiligengedenktag. Nikolaus wurde in Patara, einer Hafenstadt in Lykien geboren. Später war er zunächst Mönch im Kloster von Sion (heute Türkei), bevor er Bischof von Myra (heute Demre in der Türkei) wurde. Hier starb er am 6. Dezember 343. Es gibt keine weiteren Informationen (Reden, Schriften) über den historischen Nikolaus, der ein tatkräftiger Menschenfreund gewesen sein soll. Aber schon früh bildeten sich zahlreiche Legenden um ihn. Diese zeigen, dass er nach dem Wort Jesu „Liebe Gott aus ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst" gelebt hat.
Hier sind zwei davon:
Ein verarmter Mann beabsichtigt, seine drei Töchter zu Prostituierten zu machen, weil er sie mangels Mitgift nicht standesgemäß verheiraten kann. Nikolaus, noch nicht Bischof und gerade durch ein Erbe mit einem größeren Vermögen ausgestattet, erfährt von der Notlage und wirft in drei aufeinander folgenden Nächten je einen großen Goldklumpen durch das Fenster des Zimmers der drei Jungfrauen. In der dritten Nacht gelingt es dem Vater, ihn zu entdecken, ihn nach seinem Namen zu fragen und ihm dafür zu danken, dass nun die Mitgift für jede der Töchter gesichert ist.
Während einer großen Hungersnot erfährt der Bischof von Myra, dass ein Schiff im Hafen vor Anker liegt, das Getreide für den Kaiser in Byzanz geladen hat. Er bittet daher die Seeleute, einen Teil des Kornes auszuladen, um in der Not zu helfen. Diese weisen zuerst die Bitte zurück, da das Korn genau abgewogen beim Kaiser abgeliefert werden müsse. Erst als Nikolaus ihnen verspricht, dass sie für ihr Entgegenkommen keinen Schaden nehmen würden, stimmen
die Seeleute zu. Als sie später in der Hauptstadt ankommen, stellen sie verwundert fest, dass sich das Gewicht der Ladung trotz der entnommenen Menge nicht verändert hat. Das in Myra entnommene Korn aber reicht volle zwei Jahre und kann sogar noch zur Aussaat verwendet werden.
Da Nikolaus immer wieder heimlich half, d. h. „ohne sich erwischen zu lassen", stellen auch heute noch die Kinder in aller Welt einen Stiefel oder einen Teller auf, der dann am nächsten Morgen mit Süßigkeiten und Obst gefüllt ist.
Früher gab es nur an Nikolaus ein besonderes Gebäck, das heute während der gesamten Advents- und Weihnachtszeit gern gegessen wird: Spekulatius. Dieses Gebäck hatte von Nikolaus seinen Namen bekommen, denn die Römer nannten den Bischof von Myra „speculator". Das meint einen Mann, der oft nach innen lauscht.
Er ist der Schutzpatron der Kinder, Schüler, Mädchen und Frauen, der Matrosen, Schiffsbauer, Fährleute, Flößer, Kaufleute, Müller, Bäcker, Metzger, Schneider, Weber, Reisenden, Gefangenen, Notare, Advokaten, Pfandleiher, Küfner, Wein- und Kornhändler, Eigentümer, Bettler und Diebe, Russlands, ... und gehört zu den 14 Nothelfern.

In vielen Orten unseres Pastoralen Raumes wird das Nikolausfest in besonderer Weise begangen: durch Laternenumzüge oder den "Besuch" des Heiligen. Genauere Informationen finden Sie in den Pfarrnachrichten oder im Kinderpfarrbrief.

Luzia ist im eigentlichen Sinne kein Adventsfeiertag, sondern ein Heiligengedenktag. Luzia wurde als Kind einer vornehmen Familie geboren und lebte als junge Christin im 3. Jahrhundert in Syrakus auf Sizilien. Sie kümmerte sich insbesondere um Gefangene, die in dunklen Höhlen lebten, brachte ihnen Nahrung und Getränke. Damit sie dazu die Hände frei hatte, trug sie der Legende nach einen Lichterkranz auf dem Kopf. Später wurde sie – da sie ihren Glauben nicht aufgeben wollte - gefangen genommen und getötet.
Noch heute verkleiden sich junge Mädchen – besonders in Schweden - als Luzia, tragen einen Lichterkranz auf dem Kopf und richten so geschmückt am Luziatag (13. Dezember) für ihre Familien das Frühstück. Außerdem ziehen sie am Vorabend des Festes von Haus zu Haus, besuchen die Krankenhäuser und Altenheime und teilen kleine Geschenke aus.