In den nächsten Tagen lief ich durch ganz Jerusalem und suchte nach Jesus.

Aber – ihr könnt es euch sicher denken – ich hatte keinen Erfolg. Wo mochte er nur stecken?
Mühselig kramte ich in meinem Gedächtnis und überlegte: „Was steht eigentlich in der Bibel?“ Schließlich fiel mir ein, dass er mit seinen Jüngern ein Mahl aß. Aber wo um Himmels Willen war das? Ganz schwach erinnerte ich mich daran, dass irgendetwas von einem Obergeschoss in der Bibel steht. Obergeschoss, das konnte ja nur heißen, dass das Mahl in der oberen Etage eines Hauses stattfand. Doch in welchem Haus? Ich konnte mich nicht erinnern, das gelesen zu haben. Darum griff ich nach der alten Methode eines jeden Reporters und befragte die Menschen. Enttäuscht stellte ich fest: Niemand konnte mir Auskunft geben. Vielleicht wollte es aber auch keiner. Vielleicht wollten die, die es wussten, Jesus beschützen und haben mir deshalb nichts gesagt. Wer weiß!
Schon wollte ich alle Hoffnung aufgeben. Da sah ich einen Mann aus einer Tür kommen und dachte mir: „Versuch es noch ein letztes Mal und frag den.“
Ich glaubte nicht, dass ich eine Antwort bekam. Aber was meint ihr, wie überrascht ich war, als dieser Mann sagte: „Ja, ich weiß, wo Jesus mit seinen Jüngern ist. Er befindet sich oben im Saal.“
Natürlicen, was dort geschah. Hm, ja - aber wie konnte ich das nur machen? In der Situation hätte ich eure Hilfe und euren Rat gut gebrauchen können. Dann jedoch kam mir eine Idee. Schnell suchte ich mir eine Stelle, von der aus ich das Meiste beobachten konnte ohne selbst gesehen zu werden. Wenn ihr das nicht in Ordnung findet, dann überschlagt am besten den Rest dieses Kapitels, ansonsten – lest weiter.
Also: ich schaute mir alles an.
Jesus und seine Jünger saßen um einen Tisch herum. Ihr dürft euch aber nicht vorstellen, dass das so war wie bei uns. Alle saßen auf dem Boden, es sah fast so aus als ob sie lagen. Die Füße zeigten nach außen und die Köpfe zum Tisch. Die Sandalen hatten die Jünger ausgezogen, sie standen an der Seite.
Als ich sie so betrachtete, wirkten alle sehr ruhig und irgendwie müde, erschöpft und ja, ich weiß nicht wie. Sicherlich dachten sie daran, was in den letzten Tagen passiert war – besonders an das, was im Tempel geschah. Wahrscheinlich hatten sie Angst vor dem, was noch passieren würde. Nun, das sind alles Vermutungen, denn ich kann es nicht.so genau sagen, schließlich habe ich keinen gefragt.
Gespannt wartete ich jetzt darauf, was geschehen würde.
Da! Es fing an! Der Rabbi, also Jesus, holte sich eine Schüssel mit Wasser, band sich ein Tuch um und begann allen die Füße zu waschen.
Vielleicht könnt ihr euch die Gesichter der Jünger vorstellen als er begann. Nein? Ich kann nur sagen, sie sahen entsetzt aus. Man konnte genau erkennen, dass sie dachten: „Jesus wäscht uns die Füße! Das ist doch keine Arbeit für einen Rabbi! Das ist eine Arbeit für Sklaven, für Diener! Trotzdem ließen es sich die Jünger gefallen; niemand sagte etwas. Niemand? Doch, da war einer, der das nicht wollte. Es war Petrus. Er protestierte. Er wollte nicht annehmen, dass Jesus so tat als wäre er – Petrus – der Herr und er – Jesus – der Diener. Das konnte ich gut verstehen und wahrscheinlich hätte ich genauso reagiert.
Aber dann erklärte ihm Jesus: „Wenn ich dir die Füße nicht wasche, gehörst du nicht richtig zu mir.“ Dass Petrus keine Ahnung hatte, was dieser Satz bedeuten sollte, merkte man ihm deutlich an – so verwirrt wie er dreinschaute. Doch ihr könnt euch ja denken, dass Simon Petrus unbedingt zu Jesus gehören wollte – schließlich war er ihm ja schon lange gefolgt. So war er damit einverstanden, dass Jesus ihm die Füße wusch.
Tja und dann kam etwas ganz Peinliches.
Vielleicht wisst ihr ja wie Petrus ist. Er will alles oder gar nichts, ist unsicher und ganz schnell mit dem Mund. – Das haben mir zumindest die Menschen gesagt, die ihn kennen und die ich gesprochen habe. Also meinte er: „Dann wasch mir nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und das Gesicht.“ – Sicherlich hat er dies gesagt, weil er ganz besonders eng zu Jesus gehören wollte. Aber Jesus meinte nur, dass das nicht nötig wäre. Und das stimmt ja auch. In Israel werden immer nur die Füße gewaschen, wenn man ein Zimmer betritt und sonst nichts.
Warum? Na ja, das habe ich selbst erfahren. Die Straßen waren sehr staubig. Schließlich waren sie nicht geteert wie bei uns. Außerdem war es trocken und der Wind wehte viel Staub heran. Darum wurden die Füße schnell schmutzig und wenn man dann am Tisch saß, waren dreckige Füße nicht besonders schön.

Also: Nachdem Jesus allen die Füße gewaschen hatte, wollte er von seinen Jüngern wissen, ob sie sich denken könnten, warum er das getan hat. Natürlich hatte keiner eine Ahnung – wie Petrus es ja schon durch sein Verhalten gezeigt hatte.
Jetzt musste ich in meinem Versteck schmunzeln, denn das war endlich etwas, das ich wusste. Ich hatte es in der Bibel gelesen. Am liebsten hätte ich wie in der Schule den Jüngern vorgesagt, aber ich wollte ja nicht bemerkt werden. Da erklärte Jesus es aber schon.
Er meinte, dass er den Jüngern ein Beispiel geben wollte. Sie sollten genau so handeln wie er: Sie sollten genau hinsehen um zu erkennen, was andere brauchen und dann sollten sie dem anderen bei dem helfen, was er benötigt. Dabei ist es ganz egal, ob es sich um eine einfache, eine schwierige oder eine schmutzige Arbeit handelt. Außerdem reicht es nicht, ein bisschen zu helfen, sondern man muss ganz helfen, selbst wenn man eine Arbeit machen muss, die sonst nur Diener und Sklaven machen. Und es ist ganz egal, wem man hilft. Jeder Mensch ist gleich wichtig und gleich viel wert – der Präsident, die Kanzlerin, der Meister, der Schüler, der Lehrer, der Kluge, der Dumme, einfach jeder. Darum muss auch jeder jedem helfen.
An den Blicken der Jünger bemerkte ich, dass sie das alles noch nicht so ganz verstanden hatten und erst noch darüber nachdenken wollten. Ich überlegte auch: Habe ich denn alles ganz verstanden? Und wenn ich es verstanden habe: Handele ich so? Hm, ich muss gestehen, dass ich sicher nicht immer helfe, wenn es möglich ist und nötig wäre. Bei dem Gedanken schämte ich mich, denn ich wusste, dass Jesus immer so gehandelt hatte, wie er es jetzt von seinen Jüngern wollte. Deshalb bewunderte ich ihn.

h war ich völlig aus dem Häuschen. Endlich! Nun würde ich Jesus sehen! Aufgeregt lief ich ins Haus und rannte die Treppe hoch. Schon wollte ich in den Saal stürmen, in dem Jesus mit seinen Jüngern saß, da stutze ich: Im Saal waren ja nur Jesus und seine 12 besten Freunde. Wenn ich da jetzt reinplatzen würde, würde ich bestimmt nur stören. Das wollte ich nicht. Trotzdem wollte ich alles mitbekommen, was dort geschah. Hm, ja - aber wie konnte ich das nur machen? In der Situation hätte ich eure Hilfe und euren Rat gut gebrauchen können. Dann jedoch kam mir eine Idee. Schnell suchte ich mir eine Stelle, von der aus ich das Meiste beobachten konnte ohne selbst gesehen zu werden. Wenn ihr das nicht in Ordnung findet, dann überschlagt am besten den Rest dieses Kapitels, ansonsten – lest weiter.
Also: ich schaute mir alles an.
Jesus und seine Jünger saßen um einen Tisch herum. Ihr dürft euch aber nicht vorstellen, dass das so war wie bei uns. Alle saßen auf dem Boden, es sah fast so aus als ob sie lagen. Die Füße zeigten nach außen und die Köpfe zum Tisch. Die Sandalen hatten die Jünger ausgezogen, sie standen an der Seite.
Als ich sie so betrachtete, wirkten alle sehr ruhig und irgendwie müde, erschöpft und ja, ich weiß nicht wie. Sicherlich dachten sie daran, was in den letzten Tagen passiert war – besonders an das, was im Tempel geschah. Wahrscheinlich hatten sie Angst vor dem, was noch passieren würde. Nun, das sind alles Vermutungen, denn ich kann es nicht.so genau sagen, schließlich habe ich keinen gefragt.
Gespannt wartete ich jetzt darauf, was geschehen würde.
Da! Es fing an! Der Rabbi, also Jesus, holte sich eine Schüssel mit Wasser, band sich ein Tuch um und begann allen die Füße zu waschen.
Vielleicht könnt ihr euch die Gesichter der Jünger vorstellen als er begann. Nein? Ich kann nur sagen, sie sahen entsetzt aus. Man konnte genau erkennen, dass sie dachten: „Jesus wäscht uns die Füße! Das ist doch keine Arbeit für einen Rabbi! Das ist eine Arbeit für Sklaven, für Diener! Trotzdem ließen es sich die Jünger gefallen; niemand sagte etwas. Niemand? Doch, da war einer, der das nicht wollte. Es war Petrus. Er protestierte. Er wollte nicht annehmen, dass Jesus so tat als wäre er – Petrus – der Herr und er – Jesus – der Diener. Das konnte ich gut verstehen und wahrscheinlich hätte ich genauso reagiert.
Aber dann erklärte ihm Jesus: „Wenn ich dir die Füße nicht wasche, gehörst du nicht richtig zu mir.“ Dass Petrus keine Ahnung hatte, was dieser Satz bedeuten sollte, merkte man ihm deutlich an – so verwirrt wie er dreinschaute. Doch ihr könnt euch ja denken, dass Simon Petrus unbedingt zu Jesus gehören wollte – schließlich war er ihm ja schon lange gefolgt. So war er damit einverstanden, dass Jesus ihm die Füße wusch.
Tja und dann kam etwas ganz Peinliches.
Vielleicht wisst ihr ja wie Petrus ist. Er will alles oder gar nichts, ist unsicher und ganz schnell mit dem Mund. – Das haben mir zumindest die Menschen gesagt, die ihn kennen und die ich gesprochen habe. Also meinte er: „Dann wasch mir nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und das Gesicht.“ – Sicherlich hat er dies gesagt, weil er ganz besonders eng zu Jesus gehören wollte. Aber Jesus meinte nur, dass das nicht nötig wäre. Und das stimmt ja auch. In Israel werden immer nur die Füße gewaschen, wenn man ein Zimmer betritt und sonst nichts.
Warum? Na ja, das habe ich selbst erfahren. Die Straßen waren sehr staubig. Schließlich waren sie nicht geteert wie bei uns. Außerdem war es trocken und der Wind wehte viel Staub heran. Darum wurden die Füße schnell schmutzig und wenn man dann am Tisch saß, waren dreckige Füße nicht besonders schön.

Also: Nachdem Jesus allen die Füße gewaschen hatte, wollte er von seinen Jüngern wissen, ob sie sich denken könnten, warum er das getan hat. Natürlich hatte keiner eine Ahnung – wie Petrus es ja schon durch sein Verhalten gezeigt hatte.
Jetzt musste ich in meinem Versteck schmunzeln, denn das war endlich etwas, das ich wusste. Ich hatte es in der Bibel gelesen. Am liebsten hätte ich wie in der Schule den Jüngern vorgesagt, aber ich wollte ja nicht bemerkt werden. Da erklärte Jesus es aber schon.
Er meinte, dass er den Jüngern ein Beispiel geben wollte. Sie sollten genau so handeln wie er: Sie sollten genau hinsehen um zu erkennen, was andere brauchen und dann sollten sie dem anderen bei dem helfen, was er benötigt. Dabei ist es ganz egal, ob es sich um eine einfache, eine schwierige oder eine schmutzige Arbeit handelt. Außerdem reicht es nicht, ein bisschen zu helfen, sondern man muss ganz helfen, selbst wenn man eine Arbeit machen muss, die sonst nur Diener und Sklaven machen. Und es ist ganz egal, wem man hilft. Jeder Mensch ist gleich wichtig und gleich viel wert – der Präsident, die Kanzlerin, der Meister, der Schüler, der Lehrer, der Kluge, der Dumme, einfach jeder. Darum muss auch jeder jedem helfen.
An den Blicken der Jünger bemerkte ich, dass sie das alles noch nicht so ganz verstanden hatten und erst noch darüber nachdenken wollten. Ich überlegte auch: Habe ich denn alles ganz verstanden? Und wenn ich es verstanden habe: Handele ich so? Hm, ich muss gestehen, dass ich sicher nicht immer helfe, wenn es möglich ist und nötig wäre. Bei dem Gedanken schämte ich mich, denn ich wusste, dass Jesus immer so gehandelt hatte, wie er es jetzt von seinen Jüngern wollte. Deshalb bewunderte ich ihn.