Hoffentlich hatte ich nichts Wichtiges verpasst.

Gespannt schaute ich zum Tisch. Alle saßen da und aßen – doch: Was aßen sie? Das konnte ich trotz aller Mühe nicht genau erkennen.

Nun beobachtete ich wie Jesus während des Males Brot und Wein nahm. Er dankte Gott dafür, segnete beides und reichte es den Jüngern.

Bestimmt denkt ihr nun: „Das ist ja nichts Besonderes! Das gehört zum Essen dazu! Schließlich machte Jesus das immer und auch wir beten vor dem Essen.“

Ja, gut, wenn das alles gewesen wäre! Wenn Jesus nur für das Brot und den Wein gedankt und diese dann den Jüngern gegeben hätte! Dann hättet ihr Recht. Aber Jesus sagte noch mehr. Was? Das wisst ihr alle! Schließlich wiederholt der Priester diese Worte in jeder Messe und durch sie werden das Brot und der Wein in den Leib und das Blut Jesu gewandelt.

Tja, auch wenn ihr die Worte Jesu kennt, ich kannte sie nicht. Zu meiner Schande muss ich nämlich gestehen, dass ich nicht so oft in die Kirche gehe.

Aber zurück nach Jerusalem.

Jesus nahm das Brot, gab es seinen Jüngern und sprach dazu: „Nehmt und esst. Das ist mein Leib!“ Als er ihnen den Wein reichte, sprach er: „Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“

Jetzt hättet ihr einmal die Jünger sehen sollen! Sie waren an diesem Abend ja häufiger schon ganz geschockt gewesen. Aber jetzt! Das war etwas, das nicht sein konnte! Brot und Wein können nicht Fleisch und Blut sein! Überhaupt! Das Fleisch von einem Menschen kann man doch nicht essen! Und Blut! Blut ist etwas Unreines, etwas, das man nicht trinken darf! Außerdem: Jesus saß ja mit ihnen am Tisch! Was sollte das?!

Ich merkte in meinem Versteck ganz genau, dass niemand diese Sätze verstanden hatte. Es wollte aber auch niemand fragen und so waren die Jünger erst einmal still. Und ich?

Mir klopfte das Herz bis zum Hals. Nun erinnerte ich mich doch an das, was die Priester in den Gottesdiensten sagen und taten und war froh, dass ich diese Worte jetzt wirklich gehört hatte. Nun werde ich sie bestimmt nicht wieder vergessen!

Aber was sollten sie bedeuten? Darüber grübelte ich nun einen Moment nach, doch ich war genauso ratlos wie die Jünger. Die Worte Jesu waren einfach zu schwer zu verstehen – jedenfalls für mich. Schließlich bin ich kein Priester.

Dann überlegte ich, dass Brot und Wein für die Juden ein wichtiges Zeichen sind. Sie aßen schnell noch Brot, bevor sie aus Ägypten flohen. Außerdem gab Gott ihnen in der Wüste Manna zu essen. Und der Wein war und ist ein Zeichen für Freiheit.

Das alles kam mir in den Sinn. Deshalb überlegte ich weiter, dass das Brot nun nicht mehr einfach nur Essen bedeuten sollte, sondern mehr. Jesus sagte ja: „Das ist mein Leib. Das bin ich.“ Und der Wein? Mit dem ist es sicher genauso. Ob ich Recht habe? Ich weiß es nicht. Wenn ihr mehr wissen wollt, dann müsst ihr jemanden fragen, der mehr Ahnung hat – einen Pastor, einen Diakon oder eine Gemeindereferentin.