In diesem Moment kamen einige Männer zum Kreuz und nahmen Jesus herunter. Einen Moment legten sie ihn in die Arme seiner Mutter. Könnt ihr euch vorstellen, wie sie sich fühlte? Ich nicht! Aber bestimmt können das alle Frauen, deren Kinder gestorben sind.

Ja und dann trugen sie Jesus weg.

Die Frauen stießen sich an: „Wer sind denn die? Die kenne ich nicht. Was haben sie vor? Wer hat die Männer geschickt?“ „Haben die Pilatus vielleicht gebeten, ihnen die Leiche von Jesus zu geben? Oder kommt Jesus jetzt in ein Massengrab, wo viele Menschen zusammen beerdigt werden?

Gemeinsam mit den Frauen folgte ich den Männern. Sie trugen Jesus zu einem Grab in einem Felsen, zu einem Felsengrab, wickelten ihn in Tücher und legten ihn hinein – allein.

Sicherlich wollt ihr nun wissen, wie so ein Felsengrab aussieht und warum sie Jesus in Tücher wickelten.

Nun, das war einfach so – damals in Jerusalem. So wie wir einen Toten in einen Sarg legen, so wurden die Toten damals in weiße Tücher gewickelt.

Und das Felsengrab? Es ist eine Höhle in einem Felsen. In dieser Höhle befindet sich in der Wand eine Nische – das ist so etwas Ähnliches wie ein Loch. Diese Nische wurde von Handwerkern hineingearbeitet. Dort legte man die Toten hinein.

So geschah es auch mit Jesus.

Die Frauen wunderten sich immer wieder: Wer mochte der Mann sein, der dafür sorgte, dass Jesus begraben wurde? Deshalb erkundigten sie sich und erfuhren, dass es Josef von Arimatäa war, ein wichtiger und bekannter Mann. Sie waren froh, dass da noch jemand war, der sich um Jesus kümmerte.

Aber sonst? Sonst waren sie traurig. Ich sah es ihnen an. Gebückt und langsam gingen sie weg. Wohin? Ich weiß es nicht, denn ich folgte ihnen nicht weiter.

Ich war selbst zu traurig und ging wieder zurück in meine Herberge. Nichts und niemanden wollte ich mehr sehen und hören – erst Recht nicht das Passahfest feiern, das gerade angefangen hatte. Ich wollte nur allein sein.