Liebe Schwestern und Brüder,

am nächsten Wochenende feiern wir unser geliebtes Annenfest. Der diesjährige Gebetszettel zeigt auf der Vorderseite die hl. Mutter Anna aus der Gemeinde St. Peter und Paul Gehrden. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das macht wieder einmal deutlich, wie sehr die hl. Mutter Anna in unserer Region, vor allen Dingen aber in Brakel, verehrt wurde und wird.

Die bisherige Beteiligung an den Novenen war auch in diesem Jahr wieder fantastisch. Ich danke allen Pilgerinnen und Pilgern für ihr Mitbeten in den verschiedensten Anliegen und Sorgen der Kirche und der Welt.

 

 Das diesjährige Thema des Annentages lautet:

Selig, die das Wort Gottes hören
und es befolgen
(Lk 11,28)

 

Liebe Schwestern und Brüder, wir leben in einer Gesellschaft, die zunehmend individualistisch wird. Immer mehr Menschen heute suchen nur ihren Spaß, ihre Sicherheit und glauben, darin liegt der Sinn des Lebens, dass ich für mich möglichst viel heraushole. Ich glaube, das ist ein Irrtum. Vor einigen Wochen sah ich ein junges Mädchen, die trug ein T-Shirt auf dem groß der Spruch stand: „Ich mache, was ich will!“ Ist das nicht genau das Lebensgefühl vieler Menschen: Als ob es im Leben nur darum geht, das zu machen, was ich will. Leider scheint für viele Menschen das größte Glück zu sein, wenn ich mir alles leisten kann, was ich will. Das ist sicherlich nicht der Sinn des Lebens. Und Menschen, die im Grunde alles haben, was sie wollen, spüren auch manchmal sehr deutlich: Geld, Reichtum und alle Freiheiten – das allein macht nicht glücklich.

Macht es uns nicht wirklich zufriedener, wenn wir nicht immer und nur unsere eigenen Bedürfnisse im Blick haben, sondern auch die anderen Menschen sehen. Gemeinschaft, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Liebe: Das sind Elemente, die unser Leben reicher machen als Macht und Geld.

Jesus will uns deutlich sagen, es geht um den Sinn des Lebens. Aber was macht unser Leben im letzten sinnvoll und glücklich?

Sinnvoll und glücklich wird unser Leben erst – das will Jesus uns sagen – wenn es uns gelingt, nicht immer nur auf uns und unsere Bedürfnisse zu schauen, sondern auch die anderen zu sehen.

Wenn wir also nicht nur immer „Ich“ sagen, sondern „Du“ und „Wir“ sagen. Ein Wort Jesu lautet: „Selig, die Frieden stiften.“. Gemeinschaft, Solidarität, Gerechtigkeit, Füreinander-Da-sein, auch wenn wir viele Menschen nicht kennen, sich umeinander sorgen, liebe Schwestern und Brüder, das macht unser Leben sinnvoll. Es ist ja ganz menschlich, wenn wir manchmal denken, dass wir selbst zu kurz kommen, wenn wir uns so für die anderen engagieren. Aber Jesus ermutigt uns, es einfach immer wieder zu versuchen. Es geht auch nicht darum, dass wir uns dabei völlig aufgeben, sondern wie oben bereits gesagt dass Gerechtigkeit, Frieden und Barmherzigkeit in unserem Leben eine Rolle spielen. Nur so ist ja Gemeinschaft möglich. Vielleicht spüren wir ja dann, dass ein solches Füreinander-Da-Sein unserem Leben einen Sinn gibt. Und das macht sicher glücklicher und zufriedener als absoluter Reichtum und Macht.

Am Donnerstag, 02.08.2018, ist die traditionelle kirchliche Eröffnung der Annentage. Nach dem Geläut aller Kirchenglocken ist der ökumenische Bittgang. An diesem Abend treffen alle Vertreter der Kirchen aus unserer Region zum gemeinsamen Gebet zusammen. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr am Bildstock Ecke Nieheimer Straße / Rudolphistraße. Dann gehen wir betend zur Wallfahrtskapelle.

Am Sonntag ist der Höhepunkt der kirchlichen Feierlichkeiten. Wir treffen uns um 9.00 Uhr an der Pfarrkirche, dort beginnt die Prozession. Um 9.30 Uhr ist an der Kapelle das Festamt.

 

Unsere diesjährigen Ehrengäste sind: Seine Seligkeit Erzbischof Fouad Twal (emeritierter Lateinischer Patriarch von Jerusalem) undSeine Exzellenz Bischof Markos Gebremedhin CM (Äthiopien).

 

 

Auf dem diesjährigen Annenzettel habe ich folgendes Gebet abgedruckt:

Danke, Gott, dass du mir hilfst!

Es gibt Zeiten, da bin ich traurig,

aber du tröstest mich.

Es gibt Zeiten, da bin ich zornig,

aber du beruhigst mich.

Es gibt Zeiten, da bin ich niedergeschlagen,

aber du machst mich fröhlich.

Es gibt Zeiten, da scheint alles hoffnungslos,

aber du gibst mir neue Hoffnung.

Danke, Gott, dass Du mir hilfst,

wenn in meinem Leben etwas schiefgeht.

                                                                                                        (aus Papua-Neuguinea)

 

Liebe Schwestern und Brüder, ich wünsche Ihnen und Ihren Familien, Ihren Gästen – all unseren Gästen – von ganzem Herzen Gottes Segen und schöne Annentage!

Herzliche Grüße, auch im Namen des gesamten Pastoral-Teams,

Ihr W. Koch

 

Alle Verantwortliche in den Gemeinden sowie die Verantwortlichen im Erzbistum Paderborn, aber ganz besonders die Eltern – wollen den Kindern eine sichere Umgebung bieten, in der sie sich angstfrei und gut entwickeln und entfalten können, in der sie vor Gefahren geschützt sind. Aus diesem Grund wurden alle Gemeinden bzw. Pastoralen Räume vom Erzbischof beauftragt, ein Schutzkonzept zu entwickeln. In ihm soll festgehalten werden, wie sie sich für den Schutz der Kinder und der Jugendlichen einsetzen werden und wie sie den Kindern eine noch sichere Umgebung bieten können.