26.09.2020

Liebe Schwestern und Brüder,

es entspricht einem langen und guten Brauchtum, wenn wir in Kirchen das Erntedankfest in feierlichen Gottesdiensten begehen. In diesem Jahr werden wir auf jeden Fall – trotz der schrecklichen Krise – in allen Kirchen dieses Fest wieder stattfinden lassen. Wenn eben möglich, werden auch wieder die Erzeugnisse aus der Landwirtschaft und den Gärten, nämlich Früchte, Brot und Blumen und andere Gaben der Natur vor dem Altar auf- gestellt.

Bei jeder Gabenbereitung betet der Priester in der Eucharistiefeier:

„Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit.“

Im Grunde bringen wir aber nicht nur ein paar Naturprodukte vor den Altar des Herrn, sondern wir stellen unsere ganze Arbeitsleistung des Jahres

- egal in welchem Beruf und in welcher Tätigkeit – vor Gott und danken ihm, gerade auch in diesem Jahr, für unser Schaffen und Arbeiten. Und dabei geht es um weit mehr, als bloß um zu danken, dass die meisten Menschen wieder einmal in Hülle und Fülle zu essen und zu trinken hatten und haben werden, es geht um Rechenschaft darüber, wie wir unser Ernten und Arbeiten einordnen, beurteilen und von unserem Glauben her im Gewissen kontrollieren.

Mit Recht dürfen wir am Erntedankfest darüber froh und stolz sein, dass wir dieses Jahr trotz der Corona-Krise wieder relativ viel erwirtschaftet haben in der Landwirtschaft. Durch diese Corona-Zeit leiden natürlich ganz besonders die Gaststätten und Hotels.

Wir freuen uns über die Frucht unserer Arbeit und darüber, dass viele tausend Menschen in Deutschland, Europa, in Übersee und vor allem in der Dritten Welt für uns gearbeitet haben, damit es uns gutgeht, und dass wir für andere arbeiten und uns einsetzen durften.

Aber in Anbetracht der komplizierten weltwirtschaftlichen Zusammenhänge unserer Wirtschaft dürfen wir gerade am Erntedankfest nicht vergessen, dass es in unserer Welt viele Millionen Menschen gibt, die hungern und letztlich auch vor Hunger sterben.

Die Ernte zu vergrößern und zu verbessern ist der Ehrgeiz jedes Bauern und jedes Winzers, jedes Arbeiters und Unternehmers. Aber deutlicher als je zuvor zeigen sich uns heute auch die Grenzen unseres Schaffens, unserer Technik und Chemie, unserer wissenschaftlichen Möglichkeiten und unserer Rohstoffgewinnung. Wir haben in unserer Epoche neu gelernt, wie ungezügelter Wille zu größerer Ernte leicht zur Ausbeutung, ja zur Zerstörung der Schöpfung führen kann, wenn nicht die Natur mit ihrem Land und Wasser, mit Luft und Meer, mit ihren Pflanzen, Tieren und Menschen angesichts unseres Drangs zu immer intensiverem Ernten respektiert und bewahrt wird. Die großen ökologischen Warnsignale dieser Jahre haben uns aufgerüttelt, Grenzen des Erntens zu sehen und verantwortlicher mit Gottes Schöpfung und unserer Umwelt umzugehen.

Liebe Schwestern und Brüder,

die Firm- und Erstkommunionfeiern sind fantastisch verlaufen. Ein ganz herzliches Dankeschön nochmal an unsere Gemeindereferentinnen Yvonne Engemann und Monika B. Konegen für die gute Organisation und an alle, die für den reibungslosen Ablauf der Feierlichkeiten gesorgt haben.

Zu den Rosenkranzandachten im Monat Oktober lade ich Sie herzlich ein. Die entsprechenden Termine entnehmen Sie bitte der Gottesdienstordnung. Selbstverständlich werden auch hier die Corona-Schutzauflagen eingehalten.

Es steht jetzt bereits fest, dass die Gottesdienste an Allerheiligen, in der Adventszeit und an Weihnachten auch unter Corona-Bedingungen stattfinden müssen. Derzeit wird vom Pastoral-Team und den Pfarrgemeinderäten überlegt, in welcher Form Gottesdienste gefeiert werden könnten. Entsprechende Termine und Orte werden rechtzeitig bekanntgegeben.

 

Herzliche Grüße, Gottes Segen weiterhin,

 

Ihr  W. Koch