27.11.2021

 

Bei dem Anblick von Adventsmärkten, Schokolade und Nüssen in der Adventszeit, ist es heute kaum noch vorstellbar, dass der Advent mal eine Zeit des Fastens und der Buße war. Nachweisbar ist die Adventszeit seit Ende des 4. Jahrhunderts in Gallien und Spanien. Papst Gregor der Große (540 bis 604) legte in dieser Zeit die Zahl der Adventssonntage von sechs auf vier fest.

Übersetzt man das Wort „Advent“ wörtlich, sollten wir eigentlich von Ankunft sprechen. Der Advent verweist also auf die Ankunft Jesu Christi, dessen Geburt wir Weihnachten feiern. Auch heute noch beginnt das neue Kirchenjahr in der katholischen und evangelischen Kirche mit dem ersten Advent am 4. Sonntag vor Weihnachten.

Die Adventszeit steht nicht für sich allein, sondern sie zielt auf Weihnachten hin. Um dieses Fest richtig zu begehen, ist eine Vorbereitung nötig – ganz wie bei der Planung einer großen Geburtstagsfeier. Bei einem religiösen Fest geht es dabei nicht um organisatorische Arbeiten, sondern um eine geistliche Vorbereitung.

Diese geistliche Vorbereitung wurde klassisch mit Fasten und Gebet durchgeführt.

In der Liturgie ist die Verwandheit zur Fastenzeit vor Ostern noch heute am reduzierten Blumenschmuck und der liturgischen Farbe Violett zu erkennen. Jeder der vier Adventssonntage steht unter einem anderen Thema:

  • Am 1. Adventssonntag steht die Wiederkunft Jesu im Mittelpunkt. Die Lesungen berichten von der Apokalypse und dem Jüngsten Gericht.
  • Am 2. Adventssonntag nehmen die Gläubigen Johannes den Täufer als Propheten in den Blick.
  • Der 3. Adventssonntag heißt „Gaudete“-Sonntag. „Gaudete“ heißt „Freut euch“ übersetzt. Erneut spielt an diesem Sonntag Johannes der Täufer eine zentrale Rolle. Die liturgische Farbe an diesem Sonntag ist Rosa.
  • Der 4. Adventssonntag ist der Gottesmutter Maria gewidmet. Das Hochfest „Mariä Empfängnis“ feiern Christen am 8. Dezember.

Viele fragen sich in diesen Tagen wie wir denn Weihnachten unter den jetzigen Coronabedingungen feiern können. Für die Gemeinden in unserem Pastoralen Raum streben wir eine einheitliche Regelung an, die sich an den Empfehlungen des Erzbistums und des Landes NRW orientieren wird. Sie werden rechtzeitig über die Medien und in den hl. Messen vor Weihnachten informiert, was bei einem Gottesdienstbesuch zu Weihnachten zu beachten ist.

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich im Namen des gesamten Pastoralteams eine gute Adventszeit.

Ihr Pfarrer

Andreas Kurte