Liebe Schwestern und Brüder,

sicher haben Sie am Fernsehen oder in einer Illustrierten schon einmal verfolgt, wie eine Schönheitskönigin – etwa die „Miss Universum“ oder die „Miss Europa“ – gewählt wird. Monatelang bereiten sich die Bewerberinnen darauf vor mit großem Zeit- und Geldaufwand. Es kommt ja darauf an, dass äußerlich alles vollkommen ist: Figur und Frisur, Haltung und Lächeln, Augenaufschlag und Kleid – einfach alles ist wichtig und wird von der Jury mit scharfen Augen beurteilt. Und „selig“, wer dann die Erwählte ist! Für ein paar Stunden oder Tage wenigstens darf sie in Geld, Ehren, Anerkennung schwelgen. Das Bild dieser „Glücklichen“ erscheint in aller Welt, sie wird bewundert, verehrt, umworben, bejubelt. Doch wie oft ist diese „Seligkeit“ nur äußerliche Fassade! Wie oft deckt sie nur innere Leere, sogar Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung zu, und wie schnell ist sie verflogen!

Wenn Gott erwählt, dann läuft alles anders. Er hat andere Kriterien, legt andere Maßstäbe an als die Menschen. Das fängt schon damit an, dass er keine Stellen- oder Preisausschreiben macht, dass sich bei ihm niemand zu bewerben braucht, denn ER kennt jeden Menschen bis ins Innerste. Um seine Wahl zu treffen, braucht er keine Zeugnisse und Empfehlungsschreiben, auch keine Jury. Er schaut nicht auf das Äußere, sondern auf das Herz. Bevor wir etwas leisten, uns etwas „verdienen“ konnten, hat Gott uns zu seinen Kindern erwählt, hat ER uns gewollt, gesegnet, beschenkt. Deshalb hat bei Gott auch jeder Mensch eine wirkliche Chance. Anders als in einer Schönheitskonkurrenz gibt es bei ihm niemanden, der nicht erwählt wäre, der leer ausgeht.

Ob der Mensch diese Wahl Gottes aber annimmt oder ausschlägt, ob sie ihm zur „Seligkeit“ und zum Glück wird – das ist seine Sache und Verantwortung, dazu kann und muss jeder etwas beitragen, nämlich Bereitschaft und Offenheit – und den Mut, die nach landläufigen Begriffen nicht immer unbedingt „seligmachenden“ Konsequenzen einer solchen Erwählung auf sich zu nehmen.

Wenn wir in diesen Wochen vor Weihnachten besonders auf die Gottesmutter Maria schauen, dann wird sie unseren Blick immer von sich selber weglenken und auf ihren Sohn zeigen, der ihr, aber auch uns, die Erwählung ermöglicht hat. Jesus ist der Erwählte, der Sohn Gottes. Von ihm her hat Maria und, das müssen wir uns immer wieder bewusst machen liebe Schwestern und Brüder, haben wir alle Kraft und Gnade als Geschenk erhalten.

Gott hat Maria wunderbar erwählt, bevor sie etwas dazutun, verdienen konnte. Er hat auch uns erwählt und tut es immer wieder jeden Tag von neuem. Ist das nicht ein großartiges Geschenk dass wir – jeder - erwählt sind? Nur eines müssen wir tun: JA sagen!

Zu Beginn des neuen Kirchenjahres danke ich Ihnen und allen Verbänden, Gremien und Vereinen des Pastoralen Raumes, auch im Namen des gesamten Pastoral-Teams ganz herzlich für Ihren Einsatz im vergangenen Jahr. Mein besonderer Dank gilt den ausgeschiedenen Kirchenvorstandsmitgliedern. Den neuen und alten Mitgliedern der Kirchenvorstände unserer 13 Gemeinden wünsche ich für die bevor-stehenden Aufgaben viel Kraft und Freude, vor allen Dingen aber Gottes Segen.

Am 1. Adventssonntag findet in der Zeit von 12.00 Uhr bis 16.30 Uhr der 39. Chile-Basar im Pfarrzentrum statt. Auch in diesem Jahr werden unsere Kommunionkinder dort schöne Dinge zum Verkauf anbieten, die sie selbst gebastelt haben. Für das leibliche Wohl ist auch wieder bestens gesorgt. Der Erlös kommt wieder Sr. Karoline für den Kindergarten in Chile zugute.

Ihnen und Ihren Familien im Namen des gesamten Teams eine gesegnete Adventszeit,

Ihr W. Koch