Liebe Schwestern und Brüder,

mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Leider ist der Aschermittwoch seit Jahrzehnten gekennzeichnet von politischen Veranstaltungen, die oft sehr wenig von christlichem Denken und Verhalten zeigen. Das Bier fließt in Strömen, das Essen kommt in Bergen und die Reden sind oft weit mehr von Streit, Feindschaft, Herabsetzung des politischen Gegners bestimmt, als von dem Versuch, die unausweichlichen Konflikte in Staat und Gesellschaft „vernünftig“ zu lösen.

Ich lade Sie ganz herzlich ein, die Fastenzeit einfach mal wieder anders zu gestalten, als die üblichen Tage des Jahres. Vielleicht könnte man das so nennen: Loskommen von sich selbst und den ganzen Dingen, die uns beschäftigen und uns mehr wieder Jesus Christus zuwenden, der uns zum barmherzigen Gott führen will. Die Fastenzeit kann uns helfen die Mitte des Lebens wieder zu finden, die Sie und ich, wir alle, vielleicht im Getriebe des Alltags aus den Augen verlieren. Wenn uns ganz bewusst wird, und vielleicht helfen uns die kommenden Tage dazu, die Mitte unseres Lebens ist der barmherzige Gott, von dem wir kommen und zu dem wir unterwegs sind, dann wird auch durch unser Tun und Handeln Menschen um uns herum Barmherzigkeit sichtbar, die uns von Gott geschenkt wurde und immer wieder geschenkt wird.

Die Worte Jesus: „Gott ist euch nahe. Kehrt um, und glaubt an die frohe Botschaft.“ Diese Worte haben auch heute noch Gültigkeit, nicht nur damals in Galiläa. Ich lade Sie ganz herzlich ein, einfach mal in diesen Wochen vor Ostern innezuhalten und still zu werden, damit wir die Stimme Gottes vernehmen können. Dieses Innehalten kann auch geschehen bei den Angeboten in unseren Gemeinden wie Kreuzwegandachten, Exerzitien im Alltag und natürlich der Besuch der hl. Messe.

Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Fastenzeit, viel Kraft und Gottes Segen, im Namen des gesamten Teams,

Ihr W. Koch