26.03.2021

Liebe Schwestern und Brüder,

das letzte Osterfest als Pfarrer und Leiter des Pastoralen Raumes Brakeler Land hätte ich mir gerne „normal“ gewünscht.

Aber wir müssen mit dieser schrecklichen Krise fertig werden und das Beste daraus machen. Ich möchte Ihnen einige Gedanken mit auf den Weg geben.

Der Wahlspruch des Karthäuser-Ordens lautet:

Das Kreuz steht, während die Welt sich dreht.“

 

Dass die Welt sich dreht, erfahren wir täglich neu, auch in dieser schrecklichen Krise. Und trotzdem gibt es Veränderungen, jeden Tag aufs Neue. Durch die sehr guten Systeme der Information und Kommunikation erfahren wir fast alles aus dieser Welt. Man könnte sagen, die Welt ist zum Dorf geworden.

In dieser Zeit der Pandemie verzweifeln viele Schwestern und Brüder und oft höre ich den Spruch: „ Ich komme einfach nicht mehr mit.“ Ich frage mich, bleiben bei diesen Veränderungen und Vorschriften nicht vielleicht wichtige Werte des Menschen auf der Strecke? Werte wie Zuver-lässigkeit, Treue, Barmherzigkeit und Besinnung.

Aus der täglichen Erfahrung dieser Krise wissen wir: Je schneller ein Rad sich dreht, desto fester muss die Nabe verankert sein, sonst macht sich das Rad selbständig. Unser Leben braucht mehr denn je eine zentrierende Mitte. Für uns Christen ist die Mitte des Lebens und der Welt Jesus Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr. Das Kreuz, das wir im Licht von Ostern sehen, ist gerade auch in dieser Zeit Kennzeichen für uns Christen. Aber wir alle wissen, gerade auch in diesen Tagen, scheidet das Kreuz die Geister.

So wie der Weg Jesu durch Leiden und Tod am Kreuz zur Herrlichkeit des bleibenden, des ewigen Lebens geführt hat, so soll auch unser Weg sein. Wenn wir Jesus nachfolgen muss gerade in dieser Zeit die Bereitschaft zur Gemeinschaft und Barmherzigkeit vorhanden sein.

Trotz aller Kritik in der letzten Zeit müssen wir uns bewusst machen, Sieger der Welt ist nach wie vor Jesus Christus. Er hat sich hingegeben für jeden von uns, also für alle Menschen: Das Kreuz steht, während die Welt sich dreht! Wenn wir auf ihn vertrauen, dann dürfen wir voller Freude in der Osternacht, aber auch jeden anderen Tag singen: Christus Sieger, Christus König, Christus, Herr in Ewigkeit.

Ich laden Sie ein kurz innezuhalten und folgendes Gebet zu sprechen:

Bleib doch bei mir, Herr,

damit ich dich auch in schweren Stunden

erkenne als den,

der mich führt auf den Wegen meines Lebens,

der mich hält, wenn ich falle,

der mir nachgeht, wenn ich mich verlaufe,

der auf mich wartet am Ende meiner Tage.

Bleib doch bei mir, Herr

und lass mich dich erkennen. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder, wir werden die Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen unter den wie bisher strengen Vorschriften stattfinden lassen, es sei denn es kommt eine andere Anordnung vom Erzbistum Paderborn.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien - gerade in dieser schweren Zeit - ein gesegnetes, hoffnungsvolles und freudiges Osterfest, im Namen des gesamten Teams,

 

Ihr  W. Koch