19.12.2020

Liebe Schwestern und Brüder,

in diesen schweren Tagen der Corona-Krise beklagen sich immer mehr Menschen, dass sie keine Zeit mehr haben für Gott. Sie leiden in dieser Zeit und fühlen sich oft ohnmächtig gegenüber all den Zwängen, die uns verordnet werden und die ihnen kaum noch Raum zum Leben lassen.

Liebe Schwestern und Brüder, machen wir uns bewusst, gerade in diesen Tagen: Gott benötigt keinen riesigen Palast in unserem Leben. Gott kommt demütig und bescheiden. Es genügt, dass wir offen sind, wann und wo immer er uns begegnen will. In diesem Jahr Weihnachten vielleicht zu Hause, vielleicht auf dem Kirchplatz, vielleicht in einer Scheune, vielleicht in einem Zelt. So wie damals die Hirten offen waren, müssen wir gerade in dieser Zeit – so glaube ich – offen sein für die Begegnung mit ihm. Die Hirten hatten eine unerwartete Begegnung im einfachen Stall.

Wenn wir uns an Weihnachten, egal wo, zum Gottesdienst versammeln, dann ist der Ort, wo wir uns versammelt haben, der Stall; diese Stunde – für den ein oder anderen vielleicht die einzige im Jahr – ist jetzt die Krippe, in der Gott jedem von uns begegnen will.

Liebe Schwestern und Brüder, ich möchte gar nicht mehr viel schreiben, sondern Sie ganz herzlich einladen, wie die Engel die Hirten eingeladen haben: „Heute, hier, in diesem Raum, ist der Retter geboren!“

Egal, wo wir Weihnachten beten und uns versammelt haben, machen wir uns bewusst, Gott will uns begegnen, will jedem von uns nahe sein. Mehr denn je bitte ich Sie in dieser schweren Zeit:

Lassen wir ihn unsere Herzen berühren mit seiner Liebe. Machen wir unser Herz zur Krippe, in der Gott geboren wird, in der er Platz hat, so unvollkommen wir vielleicht auch sind. Immer wieder gilt: Wenn wir auch viel Angst und Sorgen in diesen Tagen haben und uns mit vielen Dingen beschäftigen müssen, ist eines sicher: Ihm ist die Krippe im Stall gut genug, denn gerade in dieser Zeit, so wie damals den Hirten, will er auch uns nahe sein.

Den Kindern im Kinderhospital Bethlehem wurde auf großartige Weise geholfen! Durch viele privat Spenden, aber auch von Taufeltern, die aus Dankbarkeit für ihr Kind an die Kinder in Bethlehem gedacht haben. Ich habe 6.000,00 Euro für das Hospital überwiesen. Nochmals allen Spenderinnen und Spendern recht herzlichen Dank! Sie haben dafür gesorgt, dass der Stern auch weiterhin in Bethlehem leuchtet, und zwar für die Kinder.

Im Namen des gesamten Pastoralteams und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes reichen Segen für das Jahr 2021.

 

Ihr  W. Koch