20.03.2024

Im 21. Jahrhundert von der Auferstehung der Toten sprechen

Im Zeitalter von Aufklärung und Wissenschaftsgläubigkeit fällt das schwer. Und wir Christen behaupten: ein Toter ist wieder lebendig geworden!

Auferstehung – ja oder nein?

Glauben Sie an die Auferstehung von den Toten? Das Magazin „chrismon“ hat diese Frage vor vielen Jahren gestellt (Ausgabe 3/2004). Damals kam heraus: Lediglich ein Fünftel der Deutschen glaubt, dass Jesus leibhaftig auferstanden sei. Dagegen können sich 32 Prozent der Aussage anschließen, es habe eine Auferstehung „in den Herzen“ gegeben, 16 Prozent sind der Meinung, nur seine Seele lebe weiter. Der Rest ist überzeugt, Jesus sei entweder tot oder habe nie gelebt.

Emmaus verwandelt

Der Evangelist Lukas erzählt in der Bibel von zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus erzählt (Lk 24). Davon hören wir am Ostermontag. Nach dem Tod Jesu tun sie, was am nächsten liegt: Sie laufen weg und fliehen aus Jerusalem. Verängstigt und verstört laufen sie schweigend nebeneinanderher. Da begegnet ihnen einer, der mit ihnen geht, ihnen wieder Worte schenkt und das Brot mit ihnen bricht. Da erkennen sie Jesus. Aus zwei einsamen und ängstlichen Jüngern wird plötzlich eine mutige Gemeinschaft, die wieder nach vorne blicken kann. Sie gehen zurück nach Jerusalem und stehen für ihren Glauben ein.
Die Pointe dieser Geschichte ist klar: Als er lebte, hat Jesus den Ängstlichen Mut gemacht, er hat den Sprachlosen eine Stimme verliehen, und wo er war, ist aus Vereinzelten eine Gemeinschaft geworden.

Auferstehung für mich

Ostern mit der „unglaublichen“ Behauptung der Auferstehung ist für mich vor allem immer dann, wenn ich auf dem Friedhof stehe und Rechenschaft ablege für meine Überzeugung, dass das Leben mit dem Tod nicht endet. Wer da anfängt und naturwissenschaftlich erklären will, wie Tote wieder lebendig werden, macht sich schnell zum Gespött.

Wer aber den Weg der biblischen Autoren einschlägt, wird Geschichten erzählen vom Leben, das wider allen Anschein neu ersteht. Geschichten, die jeder erleben kann. Geschichten, die denjenigen tragen können, der sie in einer Krise hört und glaubt.

Er ist wahrhaftig auferstanden

Es ist etwas dran an Ostern. Oder, wie es in den christlichen Gottesdiensten in der Osternacht heißt: „Der Herr ist wahrhaft auferstanden!“

Christentum ohne Auferstehung Jesu ist nicht mehr Christentum.

Im Namen des gesamten Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen ein frohes Osterfest!

Ihr Andreas Kurte
Pfarrer